Bin ich nicht hier, Deine Mutter?

Zeugnis zum Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe

MÜNCHEN, 16. Dezember 2012 (Vaticanista).- Am vergangenen Mittwoch hat die katholische Kirche das Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe, der Patronin Amerikas, gefeiert, das auf Marienerscheinungen im Jahr 1531 auf einem Hügel in Tepeyac im Zentrum von Mexiko zurückgeht. Die Gottesmutter gab damals dem heiligen Juan Diego Cuauhtlatoatzin in seiner Sprache Náhuatl den Auftrag, ihr zu Ehren eine Kapelle auf dem Berg zu errichten und hinterließ ein wunderbares Bild auf dem Umhang, der Tilma, des zwei Jahre zuvor verwitweten Indianers. Für die Missionierung Lateinamerikas war die Marienerscheinung ein bedeutendes Ereignis, weil das Christentum bisher unter den Ureinwohnern als fremd empfunden wurde. In der Folge wurde die Religion von den Einheimischen schneller angenommen, weil die Gottesmutter sich in ihrer Erscheinung als einheimische Frau gezeigt hatte. Im Jahr 2002 sprach Papst Johannes Paul II. Juan Diego als ersten amerikanischen Ureinwohner heilig. Das Bild auf dessen Tilma war die einzige Mariendarstellung, die er auf seinem Schreibtisch aufgestellt hatte.

Auch in München beging an diesem Sonntag die Gemeinschaft katholischer lateinamerikanischer Christen das Fest der Guadalupana. In einer Einladung der Missionarischen Fraternität Verbum Dei, die für die Seelsorge dieser Gemeinde zuständig ist, legte die Mexikanerin Adriana Limón ein beeindruckendes Zeugnis über die Wunderkraft Unserer Lieben Frau von Guadalupe ab. Adriana Limón ist Mitglied der Missionarischen Familie Verbum Dei und der Leitung von Vaticanista seit Jahren bekannt.

Impuls von Adriana Limón zum Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe

„No estoy yo aqui, que soy tu Madre?

Bin ich nicht hier, Deine Mutter? Dieser Satz ist für mich eine Erfahrung der Nähe und Gegenwart Gottes geworden.

Manchmal denken wir, dass wir alles können. Wir erreichen viele Sachen, unsere gesteckten Ziele. So habe auch ich gelebt. Ich komme aus einer mexikanischen Familie und habe sechs Geschwister. Eigentlich ging es uns immer sehr gut. Plötzlich geschah etwas, was wir nicht erwartet haben, und minder waren wir dafür irgendwie vorbereitet.Meine jüngste Schwester bekam mit 21 Jahren, das war im Jahr 2001, die Diagnose: Leukämie gestellt.

Eine sehr harte Erfahrung, von denen das Leben einige Leben parat hat.Ich durfte zwei Jahre im Cancer-Hospital Menschen kennen lernen, die hart gekämpft haben.Meine Eltern haben alles gemacht, was sie konnten. Einige von Euch hier, sind Eltern und ihr wisst, was das bedeutet, wenn Du den eigenen Kindern nicht helfen kannst.

Meine Eltern entschieden sich für eine private Behandlung in Houston/ USA. Das Cancer-Hospital in Houston USA wurde uns für zwei Jahren zur zweiten Heimat. Alles wurde versucht: Chemotherapie, Medikamente … Wir haben fast 50 % aller Patienten dort sterben sehen.

Uns wurde gesagt, dass die einzige Rettung durch Transplantation gesunder Blutstammzellen aus dem Knochenmark lebensnotwendig sei. Da in der Familie kein geeigneter Spender gefunden wurde, waren wir auf einen Fremdspender angewiesen. Aber wir alle wollten und konnten den Traum vom Knochenmarkspender nicht aufgeben. .

Innerhalb einer Sekunde merkst du, dass du nichts kannst, nichts vermagst und nur Deine Unfähigkeit konstatierst. Die Datenbanken in den USA haben eine gewisse Zahl von Spendern registriert, aber deren Knochenmark wurde erst einmal nur mit einer einfachen Methode auf vier der acht möglichen Identitäts-Faktoren hin untersucht. Jede komplette Analyse kostete 500 US-Dollar. Jeder Tag in Houston fast 500 US-Dollar. Nach aberdutzenden von Analysen, bei denen keine komplette Übereinstimmung der acht Faktoren erzielt werden konnte, verzweifelten meine Eltern.

Meine Schwester Cecilia war vom Tod gezeichnet. Sollte es einen möglichen Spender in Mexiko geben? Dort war so etwas wie eine Spenderbank noch im Aufbau bzw. es hing alles an noch mehr Geld.In ihrer Not gingen meine Eltern nach Mexiko Stadt, sie pilgerten zur Basilika unserer Lieben Frau von Guadalupe. Millionen von Menschen sind schon mit ihren Anliegen dorthin gepilgert.

Ich war alleine mit meiner Schwester im Krankenhaus. Das war sehr schwer, weil der Arzt und gesagt hat: Die Zeit drängt. Ich sagte einer Schwester: „Heute ist der Tag ded Hl. Herzen Jesu, Bitten wir die Lupita. Gehen wir zum Gottesdienst. Ich habe gesagt, ich kann nicht mehr und ich habe alles dort gelassen.Genauso erging es meinen Eltern.

Als wir in unser Zimmer zurückkehrten kam der Arzt und berichtete, dass ein geeigneter Spender gefunden worden war. Ein Mexikaner, der einst als Emigrant in die USA ging. Er, der großzügige Familienvater, hatte sich als Spender gemeldet, weil er gesehen hatte, so erfuhren wir später, wie ein Freund an Leukämie sterben musste.

Wir riefen sofort unsere Eltern an, aber die waren noch in der Basilika beim Gebet. Wir verstanden, das Maria von Guadalupe uns dadurch sagte: „No estoy yo aqui que soy tu Madre“. „Bin ich, Deine Mutter nicht hier!“ Ja es gibt Wunder im Leben. Wunder, die nicht an den Regeln der Natur rütteln, sondern unsere Mithilfe erfordern. Wunder bei denen sich klar zeigt, dass Gott seine Hand im Spiel hat.

Dank dieser Knochenmarkspende und der außerordentlich erfolgreichen Behandlung lebt meine Schwester jetzt. Im Februar 2008 hat sie fast fünf Jahre danach geheiratet. Der Spender war mit dabei. Er hätte nein sagen können, den Anruf seines Gewissens überhören können, das Risiko verweigern. Er entschied sich für das Leben meiner Schwester.

Ich möchte euch einladen, dass ihr in einem Moment der Stille, das, was jetzt in eurem Herzen ist vor Gott bringt … vielleicht brauch jemand Heilung oder auch Kraft, Hoffnung, Mut. Aber auch unsere Großzügigkeit ist gefragt. Wir feiern Eucharistie und wissen: Mein Leben, Dein Leben hat Zukunft, weil ein großzügiger Spender mit seinem Fleisch und Blut dafür gesorgt hat, das alles Kranke und Tödliche, Lieblose geheilt und erlöst worden ist. Unsere Lebenswünsche haben Zukunft, weil Jesus unser Leben ist!

 

 

 

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