Kardinal O’Malley zur Oscarverleihung für Film Spotlight

Auch Katholische Publizisten in Deutschland loben Erfolgsfilm

Von Michaela Koller

BOSTON/BERGISCH-GLADBACH, 6. März 2016 (Vaticanista/ZENIT.org).- Für Kardinal Sean O’Malley, Erzbischof von Boston und Präsident der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen, spielt der jetzt Oscar prämierte Film Spotlight eine wichtige anerkennende Rolle. In einer Stellungnahme teilte der Kardinal mit: „Spotlight ist ein wichtiger Film für alle, die von der Tragödie des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker betroffen sind.“

Copyright: Entertainment One

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Mit ihrer Veröffentlichung detaillierter Berichte über die Geschichte der Krise des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker hätten die Medien der Kirche geholfen, die Verbrechen und Sünden ihrer Mitarbeiter zuzugeben und ihr Versagen einzugestehen, sowie den Schaden, der den Opfern und ihren Familien zugefügt wurde, und die Bedürfnisse der Überlebenden anzuerkennen. In einer Demokratie sei  Journalismus unerlässlich. „Die Medien öffneten mit ihrer Rolle bei der Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs eine Tür, durch die die Kirche hindurch schritt, als sie auf die Bedürfnisse der Opfer eingegangen ist“, hieß es weiter in der Erklärung.

Kinder zu beschützen und die Unterstützung für die Opfer und ihre Familien zu ermöglichen, müsse eine Priorität in allen Aspekten des Lebens der Kirche sein. „Wir sind zur wachsamen Umsetzung von Strategien und Verfahren verpflichtet, um eine Wiederholung der Tragödie des Kindesmissbrauchs zu verhindern“, fuhr der Kardinal fort.

Dazu gehörten umfassende Kinderschutz-Bildungsprogramme, verpflichtende Hintergrundüberprüfungen und Trainings für eine sichere Umgebung, Meldepflicht und verpflichtende Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden im Hinblick auf Missbrauchsvorwürfe sowie die Betreuung von Opfern und ihrer Familien. Seine Erzdiözese biete für diesen Personenkreis seelsorgerliche Unterstützung und Beratung ebenso konsequent wie medizinische Leistungen an. „Wir bleiben in dieser Verpflichtung standhaft“, erklärte er weiter.

„Wir werden weiterhin die Vergebung aller suchen, die durch die Tragödie des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker geschädigt wurden und beten, dass der Herr uns jeden Tag auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung führen möge.“

In Deutschland lobte die Gesellschaft Katholischer Publizisten (Bergisch-Gladbach) die Auszeichnung als besten Film als „ermutigendes Signal für kritischen Journalismus“. „Spotlight wirft ein Glanzlicht auf die Bedeutung beharrlicher Recherche der Medien“, sagte der GKP-Vorsitzende Joachim Frank. „Zugleich ist unerschrockene aufklärerische Arbeit das beste Gegengift gegen finstere, denunziatorische Parolen wie ‚Lügenpresse‘. Den Feinden von Freiheit und Demokratie dürfe nicht gelingen, die kritische Presse durch den Vorwurf des Kampagnen-Journalismus mundtot zu machen, dem sich die Redaktion des ‚Boston Globe‘ ausgesetzt sah.

 

 

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