Bayerische Bischöfe wollen christliche Flüchtlinge unterstützen

Erklärung gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit

Von Michaela Koller

PASSAU, 11. März 2016 (Vaticanista/ZENIT.org).- Die Freisinger Bischofskonferenz hat sich in einer Erklärung gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit gewandt und den christlichen Flüchtlingen praktische Unterstützung zugesichert. Die Bischöfe der sieben bayerischen Diözesen versammelten sich zu ihrer Frühjahrssitzung am Mittwoch und Donnerstag in Passau, wo bereits viele Flüchtlinge aufgenommen worden sind. Sie beklagen in einer Erklärung „die hohe und zunehmende Aggressivität in der öffentlichen Auseinandersetzung über das Thema Flucht und Migration, den mangelnden gegenseitigen Respekt in der politischen Diskussion sowie den Hass insbesondere in den sozialen Netzwerken und bei öffentlichen Kundgebungen.“

„Die Freisinger Bischofskonferenz fordert die Rückkehr zu einer differenzierten und gelasseneren Debattenkultur“. Sie betonen, dass Rassismus überall dort keine Chance hat, wo Menschen sich in ihrer kulturellen und religiösen Unterschiedlichkeit kennen- und gegenseitig respektieren lernen. In dieser Woche war bekannt geworden, dass der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick nach seiner Kritik an ausländerfeindlichen Demonstrationen Morddrohungen erhalten hatte. Am Montag meldete das Erzbischöfliche Ordinariat in München den Rücktritt eines Pfarrers aus dem Kongo, der im oberbayerischen Landkreis Ebersberg unter rassistischen Druck geraten und ebenfalls Beschimpfungen und Drohungen ausgesetzt war.

Foto: M. Koller

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Die katholischen Oberhirten möchten künftig auch die orientalischen Christen unterstützen, die in Bayern verstärkt aus den Kriegs- und Krisengebieten des Nahen Ostens und Afrikas eingetroffen sind. „Es ist von großer Bedeutung, dass diese Menschen mit ihren kirchlichen Traditionen bei uns geistliche Beheimatung und praktische Unterstützung finden“, heißt es in der Erklärung. In den kommenden Jahren seien besondere ökumenische Anstrengungen erforderlich. Die mögliche Unterstützung reiche von der Bereitstellung geeigneter Gottesdiensträume über die Begleitung von Gemeindeneugründungen bis hin zum lebendigen und bereichernden gegenseitigen Austausch. „Die Bischöfe wollen sich hier finanziell und pastoral engagieren“, versprechen sie.

In der Freisinger Bischofskonferenz sind die Bischöfe der sieben bayerischen Diözesen Bamberg, Würzburg, Eichstätt, Regensburg, Augsburg, Passau, München und Freising ebenso vertreten wie – historisch bedingt – der Bischof von Speyer. (mk)

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