Geistlicher Beirat

Grußwort von Monsignore Joachim Schroedel aus Kairo

Die katholische Kirche ist für viele Menschen, Christen wie Nichtchristen, wichtigste Repräsentantin des Christentums überhaupt. So kann es vorkommen, dass gestandene Protestanten nach Äußerungen eines Papstes, die eher unbequem scheinen, ihrer eigenen Kirche den Rücken kehren. Und oftmals ist das Ziel blinder Wut und Aggression gegen das Christentum mit dem Wort Rom verbunden. Rom bleibt – bei aller Differenzierung und Plurifizierung des Christentums im 21. Jahrhundert und trotz aller ökumenischen Ansätze – dennoch eine Art Ikone; Rom wird als Synonym für das Christentum verwendet.

Dabei ist dies heute sicher nicht mehr gewünscht oder erstrebt. Umso wichtiger ist es, dass gute journalistische Arbeit geleistet wird, die differenziert die Bedeutung dieser Weltstadt für das Christentum erklärt und die dortigen Institutionen in ihrer Relevanz beschreibt. Wenn zudem gemeinhin „Rom“ mit dem Vatikanstaat gleich gesetzt wird, scheint dem knappen halben Quadratkilometer wesentlich mehr Gewicht beigemessen, als ihm heute zukommt.

Die katholische Kirche ist seit Jahrzehnten eben nicht nur „Rom“; sie ist das, was sie seit Anfang an werden sollte: katholisch, also weltumfassend und immer weniger zentralistisch. Bischofskonferenzen und Bischofssynoden arbeiten enger mit dem Vatikan zusammen, Katholische Kirche ist noch nie so sehr „Weltkirche“ gewesen wie heute.

Beginnend mit der nicht zu unterschätzenden Bedeutung der mit Rom unierten Kirchen bis hin zur ökumenischen Bewegung – die vielfältigen Dimensionen kirchlichen Lebens bedürfen sorgfältiger Recherche und klarer Darlegung. Und zunehmend ist es auch der Dialog mit anderen Religionen, dessen Bedeutung nicht mehr unterschätzt werden darf. Dialog zwischen Religionen und Konfessionen ist und bleibt Gebot der Stunde: Michaela Koller und die weiteren Autorinnen und Autoren auf Vaticanista News fühlen sich diesen Forderungen erfreulicherweise verpflichtet.

Ich wünsche ihnen allen den Segen des dreifaltigen Gottes! Und alle Leser empfehle ich der Liebe des Auferstandenen!

Kairo, 28. Februar 2015

Msgr. Joachim Schroedel – Geistlicher Beirat

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