Der neue Matussek: Glaubensfreude und Mut zum Bekenntnis

Von Felizitas Küble*

HAMBURG, MÜNCHEN, 17. Mai 2011 (Vaticanista).- Ja, es gibt sie noch, selbst unter Intellektuellen: Dankbare Glaubensfreude und ein klares Ja zu Kirche, Papst und Credo: Matusseks mitreißendes und zugleich gehaltvolles Buch ist ein ermutigendes Beispiel dafür. Diese Bekenntnisschrift liefert eine gelungene Kombination aus stichhaltigen Argumenten, persönlichen Erinnerungen, Reportagen aus aller Welt und streitbaren Kommentaren zum Zeitgeschehen.

Der bekannte Kulturjournalist, der bis 2008 das Feuilleton des Hamburger Magazins „Der Spiegel“ leitete, macht kein Geheimnis aus seiner Begeisterung für den eigenen, den katholischen Glauben – das wird bereits im Titel erkennbar und im Buch selbst spannend und geistreich begründet.

Matussek beschränkt sich nicht auf scharfsinnige Zeitgeistkritik, er bleibt nicht bei prokirchlicher Apologetik stehen, sondern stellt vor allem das Positive, Sinnerfüllende seines katholischen Glaubens heraus. Auch die Sakramente der Kirche, vor allem Eucharistie und Beichte, rückt er in ein helles Licht und schildert zugleich offenherzig seine persönliche Glaubenspraxis, sein eigenes Ja zu Sonntagskirchgang und Beichte – heute immerhin auch unter Katholiken längst nicht mehr selbstverständlich. Insofern beweist der Autor mit diesem bekenntnisfreudigen Buch eine große Portion Zivilcourage.

Matussek will mit seinem Buch offenbar vor allem eines: mitreißen, überzeugen, zum Glauben einladen und ermutigen. Er kombiniert seine schwungvolle Argumentationslust spritzig mit humorvollen Beobachtungen, so daß sein Buch nicht nur zum Nachdenken, sondern vielfach zum Schmunzeln animiert.

Auch beim anschaulichen Erzählen von Anekdoten und Erlebnissen gerät der Verfasser auf 360 Seiten nicht ins Schwafeln; er verzichtet auf erbauliche Sprechblasen, gerät nicht in weitschweifige Betrachtungen, sondern schreibt lebendig wie ein erfahrener Reporter, aber zugleich logisch, fundiert und einleuchtend.

Matussek ist sicher kein „typischer“ Spiegel-Mitarbeiter, sondern ein unabhängiger Kopf, ein nonkonformer Querdenker. Der unbequeme Publizist verfasst bereits seit Jahrzehnten Bücher, die an christliche und wertkonservative Wurzeln unserer Kultur erinnern, so etwa in seiner Streitschrift „Die vaterlose Gesellschaft“, die auf die wesentliche Bedeutung der Väterlichkeit für Familie und Gesellschaft hinweist. Mit diesem Buch „Das katholische Abenteuer“ krönt er sein bisheriges Schaffen in überzeugender Weise.

[Matthias Matussek. „Das katholische Abenteuer. Eine Provokation“, Spiegel-Buchverlag, Hamburg und DVA (Deutsche Verlagsanstalt), München, 2011, ISBN 978-3-421-04514-0]

[*Felizitas Küble ist Leiterin des Komm-mit-Jugendverlags]

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