IGFM: EU muss nach Gewaltwellen gegen Kopten endlich handeln

Kein ausreichender Schutz für religiöse Minderheiten in Ägypten

FRANKFURT, KAIRO 17. Mai 2011 (Vaticanista).- Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert an die EU-Staaten, nach jüngsten Wellen der Gewalt gegen koptische Christen in Ägypten nicht zur Tagesordnung überzugehen, sondern nachhaltig auf die ägyptische Übergangsregierung einzuwirken. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin sagte am Montag in Frankfurt: Die Welle der Übergriffe und Brandschatzungen in Ägypten offenbare gefährliche Tendenzen innerhalb der ägyptischen Gesellschaft. Die Übergangsregierung und die Sicherheitskräfte müssten das Recht auf freie Religionsausübung verteidigen und die Menschen schützen. “Ägyptens EU-Partner müssen der Übergangsregierung deutlich machen, dass sie das universelle Menschenrecht auf Religionsfreiheit eines jeden Ägypters gewährleisten muss.“

Ägyptische Menschenrechtsaktivisten der IGFM sehen die Freiheit zur Auslebung der eigenen Religion in Ägypten gefährdet. Der Sturz des Mubarak Regimes gab den Menschen Hoffnung auf religiöse Freiheiten, jedoch erfülle sich diese anscheinend nicht. „Kann eine Regierung ihre Bürger nicht vor Diskriminierung aufgrund ihrer religiösen Ausrichtung schützen, verliert sie ihre Legitimation”, argumentierte Lessenthin. Straftäter müssten konsequent verfolgt, vor Gericht gestellt und verurteilt werden. “Bisher hat sich die ägyptische Übergangsregierung hier sicherlich nicht hervorgetan”, stellte der IGFM-Vertreter fest. So müssen nun die europäischen Bürger ihre Regierungen in die Pflicht nehmen, um den notwendigen Druck auf Ägypten auszuüben.

Der IGFM zufolge sind in mindestens einem Fall ägyptische Sicherheitskräfte mit scharfer Munition gegen Kopten vorgegangen, weswegen sie die Situation der Kopten als „besorgniserregend“ einstuft. Auch seien die jüngsten Anschläge und Opfer sowie die oftmals zu späten und zögerlichen Eingriffe des Militärs und der Polizei ein Zeichen für die schwierige Lage im Land. Grundsätzlich erkennten die Menschenrechtler schon das Bemühen der neuen Regierung, nach dem Sturz Mubaraks Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten.

“Wenn die religiöse Freiheit nicht ausreichend geschützt und erhalten werden kann, hat der Staat in seiner wichtigsten Aufgabe versagt – seine Bürger zu schützen“, heißt es in einer Stellungnahme der Menschenrechtsorganisation. Ägypten sei ein Land, das Grund zu besonderer Besorgnis gebe. Die IGFM fordert die EU-Mitgliedsländer auf, ihrer internationalen Verantwortung gerecht zu werden und mit Nachdruck auf die ägyptische Regierung einzuwirken, allen Bürgern das in Paragraph 18.1. des Internationalen Paktes über bürgerliche und zivile Rechte festgehaltene Recht auf Religionsfreiheit zu gewähren und Angehörige aller religiösen Gemeinschaften zu schützen.

 

 

Artikel drucken

Dieser Beitrag wurde unter Nachrichten, Religionsfreiheit - Menschenwürde veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.