Im September Friedenstreffen mit Spitzenvertretern aus Religion und Politik

Programm von Sant’Egidio in München vorgestellt

MÜNCHEN, 10. Juli 2011 (Vaticanista/EOMUC).- Hochrangige Vertreter aus Politik, Religion und Kultur sowie Tausende von Besuchern aus Deutschland und aller Welt werden beim Internationalen Friedenstreffen erwartet, zu dem die Erzdiözese München und Freising und die Gemeinschaft Sant’Egidio vom 11. bis 13. September 2011 nach München einladen. Unter den Teilnehmern sind unter anderem Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble; der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sowie der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider. Für die Orthodoxie werden unter anderem der Patriarch der Orthodoxen Kirche in Rumänien, Daniel, und der Primas der Kirche von Zypern, Chrysostomos II., teilnehmen.

Für das Judentum die Oberrabbiner von Israel und Rom, Yona Metzger und Riccardo di Segni. Für den Islam der Sprecher der ägyptischen Universität Al-Azhar, Mohammed Rifaah al-Tahtawi, der Großmufti von Sarajewo, Mustafa Ceric, und der Großmufti von Istanbul, Mustafa Cagrici.

In einer Pressekonferenz haben der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, und der Generalsekretär der Gemeinschaft Sant’Egidio, Cesare Zucconi, nun das Programm des Friedenstreffens vorgestellt. Kardinal Marx sagte, die Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio seien ein Forum, auf dem ein internationales Netzwerk für ein friedliches Miteinander geknüpft werde. Am zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 solle gemeinsam ein „neues Jahrzehnt des Dialogs“ begonnen werden: „Dass Menschen zu einem friedlichen Miteinander fähig sind, ist die Hoffnung und Überzeugung der Religionen.“ Es sei wichtig, dass sich gerade auch die Religionsführer dessen bewusst seien.

Mit Blick auf das Leitwort des Friedenstreffens, „Zusammen leben – unsere Bestimmung“, sagte der Kardinal: „Wir leben zusammen und sind miteinander verbunden. Dazu gibt es keine Alternative. Wir müssen aber eine Grammatik des friedlichen und bereichernden Zusammenlebens entwickeln.“ In einer Welt, in der die Kulturen und Religionen enger zusammenrückten, entstehe auch eine verstärkte Sorge um die eigene Identität. „Die Antwort, die wir Christen darauf geben wollen, ist die Gemeinschaft in der Vielfalt, das Zusammenleben ohne die Aufgabe der eigenen Identität“, so der Kardinal. Dies umzusetzen, sei die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts.

Zucconi betonte die besondere Bedeutung der Veranstaltung 25 Jahre nach dem ersten Weltgebetstag für den Frieden in Assisi, zu dem Papst Johannes Paul II. 1986 eingeladen hatte. Die Religionen seien sich seitdem ihrer Verantwortung für den Frieden in dieser Zeit immer stärker bewusst geworden: „Der Frage des Zusammenlebens können wir nicht ausweichen, aber wir haben auch keine vorgefertigte Antwort darauf.“ Die Zahl und die Bedeutung der Teilnehmer am Friedenstreffen brächten den Wunsch nach Dialog zum Ausdruck, so Zucconi: „Sie macht Hoffnung, dass wir einen ersten Schritt in ein solches neues Jahrzehnt des Dialogs bereits getan haben.“

Das Friedenstreffen wird am Sonntag, 11. September, um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom eröffnet, den Kardinal Marx in Anwesenheit ökumenischer Vertreter feiert. Um 14.30 Uhr beginnt auf dem Marstallplatz die Gedenkfeier zum zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001, an der auch Bundespräsident Christian Wulff teilnehmen wird. Eine Klanginstallation der griechischen Künstlerin Konstantia Gourzi wird das Zusammenleben vor und nach den Anschlägen aufgreifen. Eine Live-Schaltung zur Gedenkfeier am „Ground Zero“ in New York ist derzeit in Planung. Um 16.30 Uhr beginnt dann die Eröffnungsveranstaltung des Friedenstreffens im Herkulessaal der Residenz, bei der unter anderem Bundespräsident Wulff und der Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio, Andrea Riccardi, sprechen werden.

Am Montag und am Dienstag, 12. und 13. September, finden etwa 40 Podiumsveranstaltungen statt. Unter den Rednern sind auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (Montag, 14 Uhr) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (Dienstag, 11 Uhr). Die Podien beschäftigen sich unter anderem mit den Revolutionen in den arabischen Ländern, mit der Situation in Palästina und Israel sowie mit der Zukunft Europas. Unter dem Titel „Focus München“ finden aber auch verschiedene Veranstaltungen zu Themen statt, die die Landeshauptstadt betreffen. Veranstaltungsorte sind überwiegend die Residenz, das Rathaus und das Künstlerhaus am Lenbachplatz. Seinen Abschluss findet das Friedenstreffen am Dienstagabend: Um 17 Uhr treffen sich die Religionen an neun Orten, unter anderem im Liebfrauendom und in der Synagoge am Jakobsplatz, zu Gebeten in ihrer jeweils eigenen Tradition, bevor sie in einer gemeinsamen Prozession zum Marienplatz ziehen. Dort wird während der Abschlussveranstaltung der Friedensappell 2011 verlesen und von den Vertretern der Religionen unterzeichnet.

Zur Teilnahme am Friedenstreffen ist die ganze Bevölkerung eingeladen. „Das Treffen findet nicht hinter verschlossenen Türen statt, sondern im Herzen der Stadt“, betonte Cesare Zucconi. „Wir hoffen sehr auf ein großes Interesse bei den Bürgern.“ Interessenten können sich über die ständig aktualisierte Homepage http://www.friedenstreffen.de anmelden und dann bei einem Infostand, der vom 3. bis 13. September am Richard-Strauss-Brunnen in der Neuhauser Straße aufgebaut sein wird, Programm und Zutrittskarte abholen. Die Anmeldung ist auch direkt am Infostand möglich. Die Teilnahme ist kostenlos; für die Gottesdienste, die Gedenkveranstaltung und die Schlussveranstaltung ist keine Anmeldung nötig.

 

 

 

Artikel drucken

Dieser Beitrag wurde unter Bewegungen - Initiativen, Nachrichten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.