Delegation der Deutschen Bischofskonferenz im Iran

„Glaubensstärke, Mut und beharrliche Hoffnung“

TEHERAN, BONN, 6. November 2011 (Vaticanista/DBK).- Eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz hat am Wochenende einen Besuch im Iran beendet. „Ich bewundere die Glaubensstärke, den Mut und die beharrliche Hoffnung der Christen in diesem Land“, fasst der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick seine Eindrücke während der Reise zusammen. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz hält sich bereits seit Allerheiligen mit Vertretern des Sekretariats der Bischofskonferenz sowie der Werke Missio und Misereor im Iran auf. Besuchsorte der Reise sind Teheran, Shiraz mit Persepolis, Isfahan und Ghom.

In Teheran traf die Delegation mit den drei dort residierenden katholischen Bischöfen (römisch-katholisch, chaldäisch-katholisch und armenisch-katholisch) und dem Apostolischen Nuntius zusammen. An den Gesprächen nahmen auch die Ordens- und Diözesanpriester sowie Vertreterinnen der Schwesterngemeinschaften teil. Die Beratungen vermittelten den deutschen Gästen das Bild einer Kirche, die einen festen Platz in der islamischen Gesellschaft, aber schwierige Probleme zu bewältigen hat. Dazu gehören die geringe Zahl von Christen, die durch Auswanderung weiter zurückgeht, und die restriktive Religionspolitik des staatlich-religiösen Systems. Die Kirche ist trotz dieser Bedingungen bemüht, den Zusammenhalt ihrer Gemeinschaft zu stärken und auch Akzente im sozialen und gesellschaftlichen Leben zu setzen. Dazu gehört unter anderem der Unterhalt eines Altenheims und einer Schule mit Kindergarten, die von der Delegation besucht wurden.

Erzbischof Schick unterstrich, dass die Christen seit fast 2.000 Jahren im Gebiet des heutigen Iran leben. Die Armenier und Chaldäer können ihre Ursprünge auf die Frühzeit der christlichen Kirche zurückführen. Heute besteht die römisch-katholische Kirche aus Zuwanderern aus verschiedenen Ländern. In ihrer Vielfalt ist die katholische Kirche in Vergangenheit und Gegenwart Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit. „Wir sind hier, um die Situation der Kirche wahrzunehmen und zu verstehen. Wir möchten die Christen im Iran bestärken und Solidarität zum Ausdruck bringen“, erklärte Erzbischof Schick.

Die reichen religiösen und kulturellen Traditionen des Iran bilden vielfältige Ansatzpunkte für ein Gespräch zwischen Christen und Muslimen. Die Delegation aus Deutschland traf deshalb am Samstag in der Stadt Ghom mit hohen Vertretern der islamischen Theologie zusammen. Erzbischof Schick erinnerte in diesem Zusammenhang an den von Papst Benedikt XVI. geförderten katholisch-islamischen Dialog: „Ich hoffe sehr, dass dieser Dialog auch im Iran Frucht tragen wird.“

Im Iran gehören 99 Prozent der Bevölkerung dem Islam an, davon sind 91 Prozent Schiiten. Die 0,2 Prozent Christen machen rund 130.000 Menschen in der Gesamtbevölkerung aus. Von ihnen sind rund 14.000 Katholiken. Der Iran und der Heilige Stuhl unterhalten seit 1967 diplomatische Beziehungen.

 

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