Wie hältst du es mit den Opfern?

Provikar Lampert selig gesprochen

DORNBIRN, 14. November 2011 (Vaticanista).- Provikar Carl Lampert, der von den Nationalsozialisten ermordet wurde, ist am Sonntag in Dornbirn selig gesprochen worden. Rund 2000 Teilnehmer wurden gezählt, darunter 31 Bischöfe oder bischöfliche Vertreter. Um 16 Uhr, der Hinrichtungsstunde Lamperts, legten die Versammelten eine Schweigeminute ein.

Die Begrüßung der Gläubigen durch Generalvikar Benno Elbs ging der eigentlichen Seligsprechung voran. Elbs verwies darauf, dass „Menschen wieder Menschen“ werden könnten, „selbst in widrigsten Umständen“, dafür habe Lampert gekämpft. Im Anschluss an Elbs Grußworte fand der eigentliche Akt der Seligsprechung statt. Kardinal Angelo Amato, der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, verkündete diese.

Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer hob in seiner Predigt hervor, dass Lampert für die Rechte der Kirche eingetreten sei. Scheuer wörtlich: „Carl Lampert lässt sich nicht einfach bewundern, ohne zugleich die Frage an das eigene Leben zu richten: Und was ist mit dir? Wie hältst du es mit den Opfern? Wie ernsthaft stellt sich die Frage, ob es in deinem Leben etwas gibt, das groß genug ist, um dafür zu sterben?“

Auch in Rom war die Seligsprechung Thema. Benedikt XVI. sagte beim Angelus wörtlich: „Ich liebe meine Kirche. Ich bleibe meiner Kirche treu und auch dem Priesteramt. Ich stehe für Christus und liebe seine Kirche“. Benedikt XVI hob ebenso hervor, dass Lampert ein Zeuge für die Treue zu Priestertum und Kirche sei und man sich der Fürsprache des Seligen anvertrauen solle. (ja)

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