„Wahres Königtum besteht nicht darin, Macht zu zeigen“

Benin: Papst ruft den Menschen Mut zu

Von Michaela Koller

COTONOU, 20. November 2011 (Vaticanista).- In Benin, wo Voodoo offiziell als Religion anerkannt ist, hat Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch am Wochenende mehrfach die ermutigende Wirkung des Evangeliums betont. Die Liebe zu Gott und zu seinem Wort und den Sakramenten „befreit von Okkultismus und besiegt die bösen Geister“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag wörtlich vor Priestern, Seminaristen und Ordensleuten im Seminar Sankt Gallus in der südlichen Küstenstadt Ouidah. Diese Liebe sei von der Kraft des dreieinigen Gottes getragen. Der hohe Besuch versuchte seinen Gastgebern die Angst zu nehmen, als Christen überhaupt den Bezug zur Tradition der Vorfahren zu verlieren: „Diese Liebe begünstigt die korrekte Integration der authentischen Werte der Kulturen in den christlichen Glauben“, sagt er. Sie sei zudem ein wirksames Gegenmittel gegen einen Synkretismus, der letztlich täusche, erklärte der Papst.

Am Sonntag im Stadion der Freundschaft in Cotonou, wo sich der Regierungssitz Benins befindet, predigte er, Jesus Christus allein könne denen, die ihm folgten, das wahre Leben geben und die Menschen von Ängsten und Trägheit befreien sowie von allem Schmerz. „Liebe Brüder und Schwestern, ich fordere Euch deshalb auf, Euren Glauben an Jesus Christus zu stärken,“ sagte 84-Jährige während der Heiligen Messe. „Wir werden daran erinnert, dass wahres Königtum nicht darin besteht, Macht zu zeigen, sondern in der Demut des Dienstes, nicht in der Unterdrückung der Schwachen, sondern in der Fähigkeit, sie zu schützen und sie zum Leben in Fülle zu führen“, mahnte er mit Blick auf das Christkönigsfest, das am Sonntag begangen wurde.

Die Worte des Evangeliums seien wirklich Worte der Hoffnung, weil der König des Universums die Menschen in seine Nähe gezogen habe, zum Knecht der Geringsten und Niedrigsten geworden sei. „Hier möchte ich mit Zuneigung all jene Personen grüßen, die leiden, die Kranken, die an AIDS oder anderen Krankheiten leiden, alle, die von der Gesellschaft vergessen wurden. Habt Mut! Der Papst ist euch nahe in seinen Gedanken und Gebeten. Habt Mut!“, sprach der Pontifex zu den Kranken. Papst Benedikt XVI. ist seit Freitag in dem westafrikanischen Land zu Gast. Am Sonntag überreichte er den Vertretern der afrikanischen Bischofskonferenzen das nachsynodale Apostolische Schreiben Africae munus (Afrikas Auftrag), das Schlussdokument zur Zweiten Sonderversammlung der Bischofssynode über Afrika. Es enthält eine Agenda zur Zukunft der Kirche in dem südlichen Kontinent. In dem Dokument werden magische Praktiken verurteilt und zur Versöhnung aufgerufen. Der Papst reist am Sonntag wieder zurück nach Rom.

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