Ein afrikanisches Vorbild

Papst Benedikt XVI. über seine Freundschaft mit Kardinal Gantin

Von Andreas Breitkopf

ROM, 22. November 2011 (Vaticanista).- Papst Benedikt XVI. hat auf dem Flug nach Benin am vergangenen Wochenende den 2008 verstorbenen Kurienkardinal Bernhardin Gantin als seinen besten Freund bezeichnet. „Ich bin wirklich glücklich, nun an seinem Grab beten und seine Nähe und seinen großen Glauben spüren zu können, der ihn – für mich immer – zu einem Vorbild und Freund macht“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche während der Pressekonferenz über den Wolken. Er habe Kardinal Gantin zum ersten Mal bei seiner Weihe zum Erzbischof von München im Jahr 1977 gesehen. Er war gekommen, weil einer seiner Schüler sein Student war. „So bestand zwischen uns gleichsam schon eine Freundschaft, noch ehe wir uns gesehen hatten. An diesem entscheidenden Tag meiner Bischofsweihe war es für mich sehr schön, diesem jungen afrikanischen Bischof zu begegnen, der voller Glaube, Freude und Mut war“, erinnerte er sich.

Sie hätten sehr viel zusammengearbeitet, vor allem als Gantin Präfekt der Kongregation für die Bischöfe war, und später im Kardinalskollegium. „Ich habe immer seine praktische und tiefe Intelligenz bewundert; sein Unterscheidungsvermögen, nicht in irgendwelche Phraseologien abzugleiten, sondern zu erfassen, was das Wesentliche war und was keinen Sinn hatte“, verriet der Papst, der sich auch mit Freude an Gantins Humor erinnerte. Vor allem aber sei Kardinal Gantin ein Mann tiefen Glaubens und des Gebetes gewesen. Das alles habe Kardinal Gantin nicht nur zu einem Freund, sondern auch zu einem Vorbild gemacht, sagte der Pontifex weiter. Er sei ein großer katholischer Bischof von Afrika geworden, durch seinen vorbildlichen Glauben und sein Engagement.

Auf die Frage, warum gerade Benin der richtige Ort sei, um eine Botschaft für den ganzen afrikanischen Kontinent zu übermitteln, sagte er, Benin sei ein Land, in dem äußerer und innerer Frieden herrsche. Des Weiteren gebe es funktionierende, demokratische Institutionen und ein friedliches Zusammenleben verschiedener Religionen.

 

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