Pentling: Umbau zur Stätte der Begegnung

Erstes Seminar zum Zweiten Vatikanischen Konzil

Von Andreas Breitkopf

REGENSBURG, 19. Dezember 2011 (Vaticanista).- „Mein Bruder hat sich in Regensburg von Anfang an heimisch gefühlt. An der Fakultät herrschte ein ziemlich familiäres Klima, mit seinen Kollegen hat er sich auf Anhieb gut verstanden. Zunächst wohnte er in einer Mietwohnung. Doch dann half ihm ein Domkapitular, in Pentling, das nahe am Universitätsgelände lag, und wo schon einige Professoren wohnten, Bauland zu finden. Dort wollte er das Haus bauen, das schließlich zum neuen Zentrum unserer Familie werden sollte. Da hat er sich richtig darauf gefreut“.

Das ehemalige Grundstück des Papstes; Foto: Breitkopf

Das ehemalige Grundstück des Papstes; Foto: Breitkopf

Diese Aussagen vom Bruder Papst Benedikts XVI., dem Apostolischem Protonotar Georg Ratzinger, gegenüber dem Historiker Michael Hesemann (im Interviewbuch „Mein Bruder, der Papst“) drücken sehr zutreffend zwei Aspekte aus: Einerseits die Freude der Familienzusammenführung und andererseits das Gefühl, angekommen zu sein. Dass der Herr dann aber einen anderen Plan mit Joseph Ratzinger hatte, ist allen bekannt.

Für Pentlinger, zahlreiche Regensburger, und Touristen stellt sich nun die Frage: Was passiert in Zukunft mit dem Haus von Papst Benedikt XVI. in Pentling, deren Ehrenbürger er ist? Der Pontifex hatte das Haus notariell dem Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg überschrieben. Kürzlich räumten Möbelpacker sämtliche Zimmer des Hauses. Alle Möbel und zahlreiche Umzugskartons, in denen Bilder, Kleidung und Erinnerungsstücke verpackt waren, wurden abtransportiert. Das Papsthaus in Pentling in der Bergstrasse 6 – zur Zeit der wohnhaft Joseph Ratzingers in Pentling hatte die Strasse noch keinen Namen – wird jetzt modernisiert, um den Energieverbrauch zu minimieren.

Danach werden Schönheitsreparaturen und ein behutsamer Rückbau in die Zeit seines Entstehens folgen. Die unteren Wohnräume des Hauses wurde kurze Zeit als Einliegerwohnung genutzt, allerdings wurde dies später wieder aufgegeben, denn es war kein separater Eingang zum Obergeschoss vorhanden.

An der Fassade werde sich aber nichts ändern, bestätigte Professor Rudolf Voderholzer, der Direktor des Papst-Benedikt-Instituts in Regensburg gegenüber Vaticanista News. Geplant sei, das einstige Wohnhaus mit der Renovierung zu einer Stätte der Begegnung umzubauen, die an den Papst erinnert. Eines der ersten Seminare in dem frisch renovierten „Papsthaus“ soll das Zweite Vatikanische Konzil zum Thema haben, an dem auch der junge Theologe Joseph Ratzinger mitwirkte.

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