„Die jungen Menschen zur Gerechtigkeit und zum Frieden erziehen“

Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag 2012

Von Andreas Breitkopf

ROM, 2. Januar 2012 (Vaticanista).- Papst Benedikt XVI. hat anlässlich des diesjährigen Weltfriedenstags an die Eltern und Erziehungsverantwortlichen appelliert, die Jugend wieder mehr zum Glauben zu bringen. Sie sollten den Glauben wieder stärker in die Erziehung einbringen. „Aufmerksam auf die Jugend der Welt sein und es verstehen, sie anzuhören und zur Geltung zu bringen, ist nicht nur zweckmäßig, sondern es ist eine Hauptaufgabe der ganzen Gesellschaft für den Aufbau einer Zukunft in Gerechtigkeit und Frieden“.

Rückbesinnend auf das vergangene Jahr betonte der Pontifex in seiner Botschaft, dass im vergangenen Jahr durch die Krise das Gefühl der Frustration zugenommen habe. Diese Krise bedränge die Gesellschaft, die Arbeitswelt und die Wirtschaft. Ihre Wurzeln seien aber vor allem kultureller und anthropologischer Art. „Es scheint beinahe, als habe ein dichter Schleier unsere Zeit in Dunkelheit gehüllt und erlaube nicht, das Tageslicht deutlich zu erkennen“.

„Für die kirchliche Gemeinschaft gehört die Erziehung zum Frieden zu der von Christus erhaltenen Sendung und ist integraler Bestandteil der Evangelisation, denn das Evangelium Christi ist auch das Evangelium der Gerechtigkeit und des Friedens“, sagte der Papst.

Er sprach außerdem die verschiedenen Etappen bei einer Erziehung an. Den Grund, für eine gute Erziehung des Menschen, müssen die Eltern legen, die Basis der Jugend. Darauf können dann die Schulen und andere charakterbildende Einrichtungen die Formung des Jugendlichen vollenden und ihn zu einem würdevollen Menschen machen. In den Worten Benedikt XVI. heißt es dann: „Es geht wesentlich darum, den Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden zu helfen, eine Persönlichkeit zu entwickeln, die einen tiefen Sinn für Gerechtigkeit mit der Achtung vor dem Anderen verbindet, mit der Fähigkeit, Konflikten ohne Anmaßung zu begegnen, mit der inneren Kraft das Gute zu bezeugen, selbst wenn es Opfer kostet, sowie mit der Vergebung und Versöhnung.“ So könnten sie Männer und Frauen werden, die wahrhaft friedfertig und Friedensstifter sind.

Auch fasste der Papst die Aufgaben zusammen, die von verschiedenen Bereichen der Gesellschaft in Angriff genommen werden müssten. Die Eltern sollten etwa nicht den Mut verlieren. „Mit dem Beispiel ihres Lebens sollen sie ihre Kinder ermuntern, die Hoffnung vor allem auf Gott zu setzen, von dem allein echte Gerechtigkeit und echter Friede ausgehen.“

Ebenso richtete der Pontifex Worte an die Mitarbeiter und Verantworten von Erziehungseinrichtungen und Caritas-Häusern und meinte, dass sie mit größerem Verantwortungsgefühl darüber wachen sollen, dass die Würde jeder Person unter allen Umständen geachtet und zur Geltung gebracht werde.

Die Politiker forderte Benedikt XVI. mit Blick auf die Erziehung der jungen Menschen auf: „Die Politiker mögen dafür sorgen, dass niemandem der Zugang zur Ausbildung verweigert wird und dass die Familien frei die Erziehungseinrichtungen wählen können, die sie für das Wohl ihrer Kinder als am besten geeignet ansehen“.

Auch die sozialen Kommunikationsmittel haben mittlerweile schon Erziehungsaufgaben übernommen. Über diese sagte der Papst: „In der heutigen Gesellschaft kommt den Massenkommunikationsmitteln eine besondere Rolle zu: Sie informieren nicht nur den Geist ihrer Adressaten, sondern sie formen ihn auch und können folglich beträchtlich zur Erziehung der Jugendlichen beitragen“.

Der Papst sprach auch über die Wünsche, Träume und Sorgen der Jugendlichen und nannte den „Wunsch, eine Ausbildung zu erhalten, die sie gründlicher darauf vorbereitet, sich der Wirklichkeit zu stellen; die Schwierigkeit, eine Familie zu bilden und einen sicheren Arbeitsplatz finden; die effektive Fähigkeit, einen Beitrag zur Welt der Politik, der Kultur und der Wirtschaft zu leisten für die Bildung einer Gesellschaft, deren menschlicher und solidarischer ist“.

Die tiefere Bedeutung des Wortes „Erziehung“ leitet der Pontifex von seinem lateinischen Ursprung ab, von „educere“ – herausführen. Er stellte fest, dass dies heiße, „einen Menschen über sich selbst hinauszuführen, um ihn in die Wirklichkeit einzuführen, in eine Fülle, die ihn wachsen lässt“.

 

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