Weihnachtsgruß Papst Schenudas III.

KAIRO, 7. Januar 2012 (Vaticanista).-Inmitten einer Zeit der tiefen Bedrängnis ruft das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche Papst Schenuda III. die Kopten dazu auf, jeden Tag an die guten Werke zu denken. Derweil wird das Fest, das nach dem julianischen Kalender gefeiert wird, in diesem Jahr von Unsicherheit überschattet. Wie die österreichische katholische Nachrichtenagentur Kathpress meldet, informierte etwa der koptisch-orthodoxe Bischof von Nag Hammadi, Kyrillos Antonios, ihm seien erneut Anschläge auf Kirchen in Nag Hammadi angedroht worden. Das koptische Weihnachtsfest wird alljährlich am 7. Januar gefeiert. Vaticanista dokumentiert an dieser Stelle den Wortlaut des Schreibens an die Auslandsgemeinden.

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Meine lieben Kinder im Ausland, Klerus und Volk,

meinen Frieden und meine Liebe schicke ich euch, und wünsche mir vom HERRN alles erdenkbar Gute für euch. Ich hoffe, dass ihr alle im Glauben und in der Liebe Christi wächst: Ich gratuliere euch zum heiligen Weihnachtsfest, und zum neuen Jahr und hoffe, dass es für euch in allem neu ist, besonders in eurer Spiritualität. Von den Worten, die ich zu diesem Anlass erwähne ist, was über IHN in seiner Zeit auf Erden gesagt wurde, dass er umherging und Gutes tat (Apg 10:38). Er soll uns eine Lehre und Vorbild sein: dass wir umhergehen und Gutes tun sollen…

Das Gute ist nicht nur das Verlassen der Sünde; das ist lediglich der passive Teil. Der wesentliche Teil ist, dass man mit jeden Gutes tut, sodass jeder, der uns auf unserem Lebensweg begegnet, Gutes erlangt – auf welche Weise auch immer – uns die Heilige Schrift sagte über dieses Gute: „Wer also das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt“ (Jak 4:17). Somit ist die Sünde nicht nur, dass man Böses tut, sondern auch, dass man das Gute nicht tut. Dies ist nicht nur im Neuen Testament so, sondern auch im Alten, so sagt die Schrift: „Versag keine Wohltat dem, der sie braucht, wenn es in deiner Hand liegt, Gutes zu tun. Wenn du jetzt etwas hast, sag nicht zu deinem Nächsten: Geh, komm wieder, morgen will ich dir etwas geben“ (Spr 3:27,28). Und das Gute (die Wohltat) besteht nicht nur aus dem Teil der materiellen Gaben, sondern auch der spirituellen Gaben: der Dienst, die guten Worte, die Ratschläge, die nützlichen Worte, die tröstenden Worte, die Komplimente, durch die Freunde gewinnst, ist auch eine Wohltat. Es ist auch eine Wohltat, wenn du Menschen zu Guten führst und „Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung“ (Spr 15:1).

Du kannst auch Gutes tun, indem du die Last von erschöpften Seelen nimmst, wie der HERR sagte: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mat 11:28). Du tust auch Gutes durch ein lächelndes, fröhliches Gesicht, welches die Menschen beruhigt, wenn sie dich sehen. Es ist eine Wohltat, wenn du missionieren kannst, oder Gottes Worte denen bringst, die ihn nicht kennen oder wenn du ungläubige Menschen zum Glauben gewinnst. Der Dienst in der Kirche ist eine Wohltat: so lass Satan nicht Unkraut in deinen Dienst pflanzen durch Selbstliebe und Streitigkeiten mit den anderen. Liebe Kinder, setzt euch dieses Prinzip im neuen Jahr vor Augen: Jeder Tag, an dem ihr nicht Gutes tut, zählt nicht zu eurem Leben. Gott hat euch als sein Ebenbild geschaffen – Gott der „Wohltaten spendende“ – so tut wie euer himmlischer Vater! Nicht nur wenn die Menschen von euch Gutes verlangen, sondern, ohne dass sie es erbitten. Habt ein Gespür für die Wünsche der Menschen, und gebt sie ihnen, und wartet nicht auf ihre Bitten! Ihr sollt das Gespür haben, was die Menschen erfreut und ihr selbst, versucht sie zu erfreuen und somit „geht ihr umher und tut Gutes“ Der Herr sei mit euch und lasst mich immer Gutes von euch hören!

Soweit die Botschaft Seiner Heiligkeit Papst Schenouda III. – Papst der Großstadt Alexandrien und Patriarch des Markusstuhles in Ägypten und dem ganzen Ausland – zum Weihnachtsfest 2012 [Quelle: http://www.kopten.at]

 

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