Dem Stern folgen heißt Jesus Christus folgen

Papst Benedikt XVI. feiert Messe zur Erscheinung des Herrn mit Bischofsweihe

Von Andreas Breitkopf

ROM, 9. Januar 2011 (Vaticanista).- Die Weisen aus dem Morgenland gaben nichts auf die Meinung der Menschen, ist Papst Benedikt XVI. überzeugt. Die Sterndeuter habe nicht beschäftigt, was einflussreiche und gescheite Leute von ihnen dachten und sagten. „Ihnen ging es um die Wahrheit selbst“, nicht um die Meinung der Menschen“, sagte der Pontifex in seiner Predigt am Freitag zum Hochfest Erscheinung des Herrn im Petersdom. Sie seien Menschen gewesen, die mutig und demütig waren und die, trotz des vielen Spotts, der zu ertragen war, die Mühsal auf sich genommen haben, das Kind zu sehen.

Über die Weisen aus dem Morgenland sagte der Papst weiter: „Mit diesen Menschen beginnt die Wanderung der Menschheit zu Jesus Christus, zu dem Gott, der im Stall geboren wurde; der am Kreuze starb und der als Auferstandener bei uns bleibt alle Tage bis zur Vollendung der Welt“. Sie seien aufgebrochen und dem Stern nachgegangen, den sie als Stern der Verheißung, als Wegweiser zum wahren König und Retter erkannten.

Zudem seien sie Männer der Wissenschaft gewesen, aber nicht solche, die einfach nur viel Wissen wollten, des Wissens wegen, sondern solche, die zum Wissen noch verstehen wollten; verstehen, worum es geht, Mensch zu sein, Mensch zu werden. „Sie waren Menschen des unruhigen Herzens, […]. Menschen auf der Suche nach der Verheißung, […], wache Menschen, die die Zeichen Gottes, seine leise und eindringliche Sprache wahrzunehmen vermochten“, sagte der Papst in seiner Predigt im bis auf den letzten Platz gefüllten Petersdom in Rom. Augustinus, über den Benedikt XVI. seine Promotion schrieb, sprach in seiner Autobiographie „Bekenntnisse“ auch von dem unruhigen Herz, „unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet bei dir“.

Während der Heiligen Messe weihte er auch zwei Bischöfe, die als Nuntien in Irland und Armenien tätig sein werden: der US-Amerikaner Charles John Brown und der aus Polen stammende Marek Solczynski. So leitete der Papst aus der Beschreibung der Weisen die Aufgaben der neuen Bischöfe ab: „Auch der Bischof muss ein Mensch des unruhigen Herzens sein, der sich nicht mit den gewohnten Dingen dieser Welt begnügt, sondern der Unruhe des Herzens nachgeht, die ihn treibt, inwendig, immer näher auf Gott zuzugehen, sein Angesicht zu suchen, ihn mehr und mehr zu erkennen, um ihn mehr und mehr lieben zu können.“

Zudem müsse der Bischof ein Mensch des wachen Herzens sein, der die leise Sprache Gottes wahrnimmt und das Wahre vom Schein zu unterscheiden versteht. Er müsse auch demütig sein und sich nicht fragen, was die herrschende Meinung über ihn sagt. Vielmehr sei die Wahrheit Gottes sein Maßstab und dafür müsse er einstehen. „Und er muss die Demut haben, sich vor dem Gott zu beugen, der so konkret und so einfach geworden ist, dass er unserem törichten Stolz widerspricht, der Gott nicht so nah und so klein sehen will“, sagte Benedikt XVI.

Anschließend kam er auf die Grundzüge des bischöflichen Dienstes zu sprechen, die sich in den Aufträgen der Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi, des Vorangehens und Führens, des Hütens des heiligen Erbes unseres Glaubens sowie des immerwährenden Betens zeigen. Als Zusammenfassung betonte Benedikt XVI.: „Die Heiligen sind Sterne Gottes, von denen wir uns führen zu dem hin, nach dem unser Wesen fragt“.

Benedikt XVI. unterstrich in seiner Ansprache beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz im Anschluss an die Heilige Messe, dass die katholische Kirche weltweit Orientierung gibt. Entsprechend richtungsweisend sei die Mission der Vatikanvertreter bei den Staaten und internationalen Institutionen. „Die Welt ist mit all ihren Ressourcen nicht in der Lage dazu, die Menschheit auf ihrem Weg anzuleiten. Das sehen wir auch in unseren Tagen: Die westliche Zivilisation scheint die Orientierung verloren zu haben, sie navigiert auf gut Glück. Doch die Kirche kann dank Gottes Wort durch diese Nebel sehen. Sie besitzt keine technischen Lösungen, aber sie hält ihren Blick auf das Ziel gerichtet, sie bietet das Licht des Evangeliums allen Menschen guten Willens an, jedweder Nation und Kultur. Das ist auch die Aufgabe der päpstlichen Vertreter bei den Staaten und internationalen Organisationen“.

Nach dem Angelus-Gebet wünschte Benedikt XVI. den Gläubigen der Ostkirchen ein frohes und friedliches Weihnachtsfest. Diese feiern nach dem Julianischen Kalender am 6. und 7. Januar Weihnachten.

Weiter erinnerte der Papst an den Missionstag der Kinder des Päpstlichen Missionswerkes. Am Tag der „Heiligen Drei Könige“ ziehen im deutschsprachigen Raum zahlreiche Kinder von Tür zu Tür, in Italien kommt für die Kinder am Tag der Epiphanie die Weihnachtshexe „Befana“ mit Geschenken. Weiter findet in Rom am Epiphanie-Tag alljährlich auch ein Umzug der Heiligen Drei Könige mit einer Pferde-Parade statt.

 

 

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