„Wahre Freiheit gibt es nur, wenn sich auch das Innere des Menschen wandelt“

Gedanken beim Angelus zur Gebetswoche für die Einheit der Christen

Von Andreas Breitkopf

ROM, 23. Januar 2012 (Vaticanista).- Papst Benedikt XVI. hat in seiner Ansprache beim sonntäglichen Angelus-Gebet auf dem Petersplatz noch einmal über die Gebetswoche für die Einheit der Christen gesprochen. Christen aus Polen hatten in diesem Jahr das Thema ausgewählt: „Wir werden alle verwandelt werden durch den Sieg unseres Herrn Jesus Christus“ (1 Kor 15,51-58).

Die Einheit der Christen könne letztlich nur Gott selbst herbeiführen. Sie soll als ein Geschenk angesehen werden, welches „die Christen im Bewusstsein ihrer eigenen Schwäche lediglich demütig annehmen können“, sagte der Pontifex. Dies solle jedoch keineswegs bedeuten, dass menschliche Anstrengungen zur Erlangung der Einheit überflüssig seien. Denn es sei täglich von neuem notwendig, dass die Gläubigen der unterschiedlichen Konfessionen aufeinander zugingen. Man müsse aber immer voraussetzen, dass „Gott als der eigentlich Handelnde im Inneren des Menschen anerkannt“ werde, betonte das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken.

Gleichzeitig würdigte der Pontifex die Gebetswoche für die Einheit der Christen als ein „zentrales Element der ökumenischen Aktivitäten“ der katholischen Kirche. In Bezug auf das Evangelium des 3. Sonntags im Jahreskreis, der Berufung der Jünger, sagte er, dass die Christen auch heute, nach dem Vorbild der Jünger Jesu, die auf seinen Ruf hin alles hinter sich gelassen hätten, „aus dem Gewohnten ausbrechen“ müssten.

In seiner Ansprache erläuterte Benedikt XVI. auch den besonderen Zusammenhang des diesjährigen Leitworts mit der polnischen Geschichte. Polen habe eine lange Geschichte mutiger Kämpfe gegen verschiedene Widrigkeiten erlebt. Darin habe diese Nation immer wieder Zeugnis ihrer großen durch den Glauben beseelten Entschlossenheit gegeben. Die polnischen Christen hätten im Laufe der Jahrhunderte in ihrem Freiheitsstreben begriffen, dass es wahre Freiheit nur gebe, wenn sich auch das Innere des Menschen wandle.

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