Ökumene mit Entschlossenheit fortsetzen

Benedikt XVI. beschließt Gebetswoche für die Einheit der Christen 2012

Von Andreas Breitkopf

ROM, 27. Januar 2012 (Vaticanista).- Zu einer besonnenen und realistischen Haltung im ökumenischen Dialog hat Papst Benedikt XVI. aufgerufen. In seiner Ansprache bei der Ökumenischen Vesper zum Abschluss der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen am Mittwoch in der römischen Basilika St. Paul vor den Mauern machte der Pontifex deutlich, dass die Wiederherstellung der Einheit aller Christen eine „Pflicht“ und „große Verantwortung“ für jeden Gläubigen sei. Allerdings machte er auch deutlich, dass man auf dem Weg hin zur Einheit geduldig sein müsse und nicht resignieren dürfe.

Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch, machte in seinem Grußwort an den Heiligen Vater zu Beginn der Vesper deutlich, dass dem Papst die Ökumene, die Einheit aller Christen besonders am Herzen liege und es auch sein persönlicher Wunsch gewesen sei, dieser Vesper vorzustehen, um so mit den Vertretern der Religionen zusammenzutreffen. Er bat den Heiligen Vater um den Apostolischen Segen für all die weiteren Bemühungen auf dem Weg zur Einheit.

Benedikt XVI. machte in seiner Ansprache deutlich, dass aus christlicher Sicht ein Sieg nach einem langen und nicht immer geradlinigen Weg zu erreichen sei und daher auch nicht, wie in der heutigen Kultur üblich, mit sofortigem Erfolg gerechnet werden könne. Obwohl die gegenwärtige Situation der getrennten Kirchen schmerzhaft sei, könne ein Christ aber auf eine Überwindung der Spaltungen hoffen, weil Jesus Christus selbst den Tod besiegt hat, sagte Benedikt XVI.

Damit man „auf jede Möglichkeit und Brüderlichkeit, die der Herr uns schenkt“ angemessen antworten kann, ist eine geduldige Erwartungshaltung notwendig, die jedoch keineswegs Passivität oder Resignation, sondern eine gewisse Achtsamkeit bedeute. Allen in der Ökumene engagierten Christen rief Benedikt XVI. zu, ihre Bemühungen mit „Entschlossenheit, Mut und Großzügigkeit“ fortzusetzen.

Die Ökumenische Vesper, an der neben zahlreichen Kardinälen auch hohe Repräsentanten der Orthodoxie, der Anglikaner und der reformatorischen Kirchen teilnahmen, war geprägt vom diesjährigen 50-Jahr-Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Drei Jahre vor der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), am 25. Januar 1959, kündigte der Papst Johannes XXIII. sein Vorhaben im Rahmen der Ökumenischen Vesper in St. Paul vor den Mauern an. Daher wurde von Kardinal Francesco Monterisi, dem Erzpriester der Basilika St. Paul vor den Mauern, unmittelbar vor dem Beginn der Vesper eine große Konzilsausstellung eröffnet, die mehrere Wochen in der Basilika bleiben wird und dann in die St. Pauls-Pinakothek übersiedelt. Dort kann sie bis zum 24. November 2013 besucht werden.

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