„Um der Welt die Liebe und die Treue Gottes zu bezeugen“

Benedikt XVI. betrachtet das „Hohepriesterliche Gebet“ Jesu

ROM, 27. Januar 2012 (Vaticanista).- Papst Benedikt XVI. hat sich erneut in der Mittwochskatechese mit dem Beten Jesu beschäftigt und das sogenannte „Hohepriesterliche Gebet“ Jesu aus dem 17. Kapitel des Johannesevangeliums aufgegriffen. „Nehmen wir Christus als unseren Herrn und Bruder an, von dem wir unsere Einheit empfangen und der uns hinausführt, um der Welt die Liebe und die Treue Gottes zu bezeugen“. Diese Worte richtete Papst Benedikt XVI. an die deutschsprachigen Pilger und Besucher, welche am Fest der Bekehrung des Heiligen Apostels Paulus an der Generalaudienz in teilgenommen haben.

„Bei seinem Abschiedsmahl betet Jesus stellvertretend für die Jünger, wie die Hohenpriester es nach dem Gesetz des Mose am Versöhnungstag im Tempel für das Volk Israel getan haben. Das Gebet unseres Hohenpriesters Jesus ist nicht von seinem Handeln, von seiner Hingabe, von seinem „Übergang“, Pascha, dem Gehen zum Vater zu trennen, das sich im Kreuz vollzieht“, sagte Papst Benedikt XVI.. Der Hohepriester Jesus Christus bete, dass die Jünger durch die von ihm empfangene und bewahrte Einheit eins seien, „damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich“ (Joh. 17,23).

„Drei Momente“, so der Papst in seiner Katechese, „treten beim hohepriesterlichen Gebet Jesu hervor: Zunächst bittet Jesus um Verherrlichung: Es ist der Glanz Gottes, der sich auf seinen Sohn legen soll in der Stunde, in der dieser den Willen des Vaters tut. Die Verherrlichung Jesu wird offenbar im Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters und in seiner Hingabe für die Welt. […] Ein zweiter Aspekt ist dann die Fürsprache für seine Jünger. Er bittet den Vater, seine Gefährten zu heiligen. Als Geheiligte, als Boten des göttlichen Glanzes, werden sie in die Welt gesandt, um ihr das Heil und den Frieden zu bringen.

In einem dritten Moment betet Jesus, dass Gott seinen Blick auf all jene richte, „die durch das Wort der Jünger an ihn glauben“. Der Herr bitte für sie, dass sie eins seien und dass in dieser Einheit, die Eins-Sein in Christus komme der Welt die Sendung Christi sichtbar werde und so Kirche weiter wachsen könne.

Jesus bete für die Kirche aller Zeiten und auch für die Menschen. Der Papst erinnerte daran, dass das Letzte Abendmahl die Kirche schaffe und ihr mit dieser Bestimmung eine erste Definition gebe, nämlich die Welt zu retten, indem sie zu Jesus zurückgeführt werde. Den Abschluss seiner Katechese bildete die Aufforderung, den großen Reichtum des hohepriesterlichen Gebets Jesu zu lesen und zu betrachten, „damit es uns in das Gespräch mit dem Herrn hineinführe“. (ab)

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