Größere Hoffnung in die Zuversicht Gottes setzen

Fünfte Katechese über das Gebet Jesu

Von Andreas Breitkopf

ROM, 2. Februar 2012 (Vaticanista.)- Papst Benedikt XVI. hat am Vortag des Festes der Darstellung des Herrn vor Tausenden von Pilgern aus der ganzen Welt in der wöchentlichen Generalaudienz über das Gebet Jesu im Garten von Gethsemani gesprochen..

Der Papst betonte, dass die Christen lernen müssten, der göttlichen Vorsehung mehr Vertrauen zu schenken und Gott um Kraft zu bitten, um aus sich selbst herauszugehen. Die Gläubigen sollten ihr ‚Ja‘ zu Christus erneuern, ihr ‚dein Wille geschehe‘ zu wiederholen, „um unseren Willen dem seinen gleich zu gestalten“.

Jesus sage durch das Gebet im Garten von Gethsemani, dass das Menschsein allein durch die Gleichgestaltung seines Willens an den göttlichen zu seiner wahren Höhe gelange und göttlich werde. Nur wenn der Mensch aus sich herausgehe, könne sich das Verlangen Adams, völlig frei zu sein, verwirklichen.

Das Gebet Jesu im Getsemani sei, sagte der Papst in seiner Katechese vor rund 2.500 Pilgern, ein sehr persönliches Gebet. Jesus habe sich zusammen mit seinen Jüngern betend und singend zum Ölgarten begeben, doch dann ziehe er sich zurück, um allein mit seinem Vater zu sein. Während er allein als Sohn mit dem Vater bete, wünsche er sich die Anwesenheit der drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes. In der Nähe seines Todes „sucht er als Mensch menschliche Nähe“.

„Wir sollen daran denken, dass der Herr in der Kirche sozusagen immer leidet und unsere Nähe sucht, dass wir in seine Nähe gehen und miteinander den Weg finden“, sagte Benedikt XVI. In Anlehnung an den Psalm 42 spreche Jesus dann die Worte: „Meine Seele ist zu Tode betrübt“. Jesus wisse um sein bevorstehendes Leiden und seinen Tod.

Das aramäische „Abba“ entspreche dem deutschen Wort „Papa“, mit dem sich Kinder vertrauensvoll an ihren Vater wendeten: „Dieses Wort drückt die ganz persönliche, einzigartige Beziehung des Sohnes Jesus zum Vater aus“. Jesus wisse, dass beim Vater alles möglich sei, „was er tut, ist gut“. Jesus stimme in den Willen des Vaters ein und sagt sein Ja zu unserer Erlösung. So verwandle er das Nein der Sünde, das der Mensch in sich trage und mit dem er meine, frei zu werden, in das Ja zur Liebe , „durch das wir wirklich göttlich werden, weil wir in den Einklang mit Gott selbst finden“. Jesus nehme Leiden und Tod an, um den Menschen wieder hinauf zu heben auf die Höhe Gottes. Christus wolle den Menschen in sein Ja hineinziehen, das unsere Freiheit sei, „das wir selber jeden Tag im Vaterunser wiederholen: dein Wille geschehe im Himmel wie auf Erden“.

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