Verhaftungen von Regimegegnern eskalieren im Vorfeld des Papstbesuches

IGFM: Nervosität des kubanischen Regimes steigt

HAVANNA, FRANKFURT, 21. Februar 2012 (Vaticanista).- In Kuba sind am Sonntag etwa 30 Mitglieder der Gefangenenhilfsorganisation „Damen in Weiß“ festgenommen worden, wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet. Die Regimekritiker sollten so daran gehindert werden, in den ostkubanischen Städten Holguín, Santiago de Cuba und Guantanamodie Sonntagsmesse zu besuchen und danach Protestmärsche für die Freilassung von politischen Gefangenen zu veranstalten. In Havanna wurde die „Dame in Weiß“ und Vorsitzende der vom Regime verbotenen Partei „Pro-Menschenrechte“ Sara Marta Fonseca auf dem Weg zur Messe festgenommen. In Palma Soriano wurden 12 Angehörige der oppositionellen „Patriotischen Union Kubas“ (UNPACU) verhaftet, nur zwei Demonstranten wurden bisher wieder aus dem Gefängnis entlassen. Die IGFM sieht die neue Welle politischer Verhaftungen in Kuba in direktem Zusammenhang mit dem geplanten Papstbesuch vom 26. bis 28. März.

Nach Angaben der IGFM gelang es 16 „Damen in Weiß“ am Sonntag, trotz aller Repressalien des Castro-Regimes von ihrer Heimatstadt Palma Soriano nach El Cobre zu gelangen, um dort in der Mairen-Wallfahrtskirche an der Heiligen Messe teilzunehmen und wie jeden Sonntag für die Freilassung aller politischen Gefangenen zu beten. Als sie aber die Nachricht erhielten, dass Staatssicherheitsbeamte auf ihrem Rückweg auf sie warteten, um sie zu verhaften, blieben 14 „Damen in Weiß“ in der Kirche und traten erst Stunden später in Begleitung von Vertretern der katholischen Kirche – und somit unter ihrem Schutz – den Heimweg an.

Beamte der Staatssicherheit hinderten die freie Journalistin und „Dame in Weiß“ Caridad Caballero Batista und ihre Familie deren Angaben zufolge an sechs aufeinander folgenden Sonntagen daran, die Messe zu besuchen. Sie bedrohten, misshandelten und verhafteten sie schließlich. Um diesen Repressalien ein Ende zu setzen, vereinbarte Caballero Batista für den 17. Februar ein Treffen mit dem Bischof in der ostkubanischen Stadt Holguín. Aber an dem betreffenden Tag bewachten Beamte ihr Haus von früh bis spät und Polizisten hinderten sie daran, auf die Straße zu gehen. Auch ein an diesem Tag in ihrem Haus geplantes Treffen der „Damen in Weiß“ konnte nicht stattfinden.

Die IGFM sieht in dem Anstieg der willkürlichen Verhaftungen in Kuba ein Zeichen der Schwäche und Nervosität des kubanischen Regimes vor dem Papstbesuch. Auch die Installation von Überwachungskameras und das Verhängen einer Ausgangssperre in der Kleinstadt El Cobre, die Ziel des Papstbesuches sein soll, lässt die Angst des Regimes vor Protestkundgebungen erkennen. Dass Exilkubaner angeblich zum Zeitpunkt des Papstbesuches ein neues „Feuerwerk der Hoffnung“ in internationalen Gewässern planen, verstärkt diese Angst nach Auffassung der IGFM weiter.

Nach Angaben der IGFM fürchte das Castro-Regime negative Presseberichte mehr denn je. So wurde unter anderem die Telefonleitung des freien Journalisten und ehemaligen politischen Gefangenen José Daniel Ferrer García, Mitglied der „Patriotischen Union Kubas“ (UNPACU), gekappt, um ihn daran zu hindern, Berichte über die Menschenrechtsverletzungen in Kuba an ausländische Medien zu übermitteln. In einem Interview mit der Abteilung für Außenbeziehungen des US-amerikanischen Abgeordnetenhauses forderte der ehemalige politische Gefangene und Arzt Oscar Elías Bíscet Papst Benedikt XVI. dazu auf, Menschenrechtsverletzungen in Kuba und die politische Repression des Castro-Regimes aufzuzeigen.

 

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