Patriarch Bartholomaios: Wir wollen nicht mehr Bürger zweiter Klasse sein“

Religiöse Minderheiten getreue türkische Staatsbürger

Von Johannes Auer

ANKARA, 22. Februar 2012 (Vaticanista).- Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hat am Montag seine historische Ansprache vor der Verfassungsgebenden Kommission des türkischen Parlaments gehalten. Er verlangte dabei, dass die Minderheiten als gleichberechtigte Bürger behandelt werden, ließ aber keinen Zweifel daran, dass sich die religiösen Minderheiten als getreue türkische Staatsbürger sehen.

Die neue Verfassung ist notwendig, weil die Vorige aus der Zeit nach dem Militärputsch von 1980 endlich abgelöst werden soll. Es war das erste Mal, dass das griechisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt vor dem türkischen Parlament sprechen durfte. Wie erwartet, sprach der Patriarch auch die Problematik des geschlossenen Priesterseminars auf der Insel Halki an. Nach den Vorstellungen des Patriarchen könnte das Seminar administrativ dem türkischen Bildungsministerium unterstellt und zugleich vom Patriarchat geleitet werden.

Der Patriarch wies zudem darauf hin, dass sich die türkischen Bürger griechischer Herkunft und Religion als ganz normale Staatsbürger verstehen, sie würden Steuern zahlen und selbstverständlich den Militärdienst ableisten. Allerdings erwarteten sie ihrerseits, als anerkannte Bürger und nicht als Bürger zweiter Klasse angesehen zu werden. Der Patriarch hegt große Hoffnungen in die Erarbeitung der neuen Verfassung. Der Patriarch wörtlich: „Wir sind zuversichtlich, dass unsere Eingaben erhört werden.“

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