Kubanische Katholiken frustriert von Raúl Castros leeren Versprechungen

Magazin des Laienrates fordert grundlegende Reformen und politische Vielfalt

HAVANNA, FRANKFURT,  7. März 2012 (Vaticanista).- Das Magazin des Laienrats der Erzdiözese Havanna „Espacio Laical“ hat am Dienstag in einem Artikel einen grundlegenden Wandel in Kuba und Raum für politische Vielfalt gefordert. „Espacio Laical“ erklärt, dass die schwachen Resultate der Konferenz der Kommunistischen Partei am 24. Februar Frustration in weiten Teilen der Bevölkerung erzeugt haben, da das Land ohne grundlegende strukturelle Reformen die Krise nicht überwinden kann. Der Laienrat hoffe, dass Papst Benedikt XVI. während seines Besuches vom 26. bis 28. dieses Monats seine persönliche Unterstützung für das kubanische Volk zeigen und dazu beitragen werde, „den Pfad des nationalen Umbruchs weiter zu verfolgen und neue Türen zu öffnen“.

Nach Angaben von „Espacio Laical“ besuche der Papst Kuba, um die katholische Kirche in ihrer Mission zu bestätigen, für das Wohlergehen, die Versöhnung und den Dialog aller Kubaner zu sorgen. Orlando Márquez, Direktor des Kirchenmagazins „Palabra Nueva“ ist der Ansicht, dass “der Papstbesuch zufällig oder beabsichtigt genau in einer Zeit einer wechselnden Realität auf der Insel“ stattfindet. Die Kirche nehme die Forderungen der Bevölkerung ernst und berücksichtige die Vorfälle, die sich in den vergangenen Jahren auf Kuba ereignet haben. „Ohne eine neue politische Vielfalt wird es schwierig, das wünschenswerte soziale Gleichgewicht herzustellen. Und eben dieses Gleichgewicht erfordert die Präsenz der Kirche“, schreibt Márquez.

Im vergangenen Monat wurden nach Angaben der Nachrichenagentur Hablemos Press 387 Dissidenten, Menschen- und Bürgerrechtsaktivisten aus politischen Motiven verhaftet. Die meisten von ihnen wurden nach stundenlangen Aufenthalten auf Polizeistationen und in Gefängniszellen, Misshandlungen und Schlägen wieder freigelassen. Andere, etwa Yasmín Conyedo, unabhängige Journalistin und Mitglied der Bürgerrechtsorganisation “Damen in Weiß” und ihr Ehemann Yusmani Rafael Álvarez, befinden sich seit Wochen in Haft. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt am Main (IGFM) berichtete, wurden die Regimekritiker am 8. Januar in Santa Clara verhaftet, aber nicht freigelassen, obwohl die Anklage gegen sie bereits fallengelassen wurde.

Die IGFM erinnert daran, dass Papst Johannes Paul II. den kubanischen Bürgern während seines Besuches auf der Insel im Januar 1998 mit Nachdruck erklärte, sie werden und müssten selbst die Protagonisten ihrer eigenen Geschichte sein. Die Forderung nach politischer Vielfalt sei daher mehr als nur gerechtfertigt, ein politischer Dialog, an dem alle Kubaner teilnehmen können, längst überfällig, heißt es in einer Erklärung der IGFM.

Artikel drucken

Dieser Beitrag wurde unter Nachrichten, Religionsfreiheit - Menschenwürde veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.