Familienwallfahrt zum Grab Kaiser Karls

Seit 90 Jahren ist Kaiser Karl I. von Österreich auf Madeira beigesetzt

FUNCHAL, 3. April 2012 (Vaticanista).- Anlässlich des 90. Todestages des seligen Kaiser Karl haben sich seine Nachfahren am vergangenen Sonntag im Rahmen einer Wallfahrt an seinem Grab auf der portugiesischen Insel Madeira versammelt. Etwa 90 Angehörige der Familie waren der Einladung von Familienchef Karl von Habsburg gefolgt und waren nach Monte nahe der Hauptstadt Funchal an der Südküste der Insel gereist.

Zum Höhepunkt des Gedenkens kamen sie zur Heiligen Messe am Sonntagnachmittag in der Kirche Nossa Senhora do Monte am Grab von Kaiser Karl zusammen. Hauptzelebrant war der ehemalige Bischof von Funchal Teodoro de Faria, dem Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg und Altabt Gregor Henckel Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz zur Seite standen. Familienchef Karl von Habsburg betonte die besondere Rolle des Seligen Kaiser Karl nicht nur als Groß- und Urgroßvater, sondern vor allem als Vorbild für den Einsatz für ein christliches Europa.

Der letzte Kaiser von Österreich und König von Ungarn erlag in Monte am 1. April 1922 noch nicht einmal 35-jährig einer Lungenentzündung. An dieser letzten Station seines Exils hatte er in einem Herrenhaus als Gast einer Bankiersfamilie zusammen mit seiner Familie Zuflucht gefunden. In der dortigen Kirche wurde Karl schließlich am 5. April 1922 beigesetzt, sein Herz wird jedoch im Kloster Muri in der Schweiz aufbewahrt. Seine Familie wünscht keine Überführung des Leichnams nach Wien, aus Dankbarkeit für die gastfreundliche Aufnahme ihres seligen Vorfahren durch die Bevölkerung Madeiras. Papst Johannes Paul II., dessen Eltern bis 1918 noch Untertanen des Kaisers waren, sprach am 3. Oktober 2004 Karl selig. Sein Gedenktag ist der 21. Oktober.

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