Ausweitung der Katechese als Schlüssel zum Neuaufbruch

Einladung zum Kongress Freude am Glauben in Aschaffenburg

Von Michaela Koller

KAUFERING, 13. Juni 2012 (Vaticanista).- Die Zahl Zwölf ist im Christentum eine symbolische Zahl und der im September bevorstehende zwölfte Kongress „Freude am Glauben“ des Forums Deutscher Katholiken somit ein kleines Jubiläum. Ein zentrales Thema der Arbeit dieser Plattform katholischer Vereinigungen und Einzelpersönlichkeiten greifen die Veranstalter auf: „Die Kirche – mehr als eine Institution“ (Benedikt XVI.) lautet das Motto der Veranstaltung, die vom 14. bis 16. September in Aschaffenburg stattfindet. „Wir möchten die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf das richtige Verständnis der Kirche lenken und so das Fundament des katholischen Glaubens festigen“, kündigt Hubert Gindert an, der Vorsitzende des Forums. Das Bekenntnis zur Kirche schließe den Glauben an Jesus Christus als das Haupt der Kirche ein sowie die Einheit von allgemeinem Priestertum und besonderem Priestertum, die gerade in der Liturgie der Kirche zum Ausdruck komme.

Gindert ist Mitautor des von Papstsekretär Georg Gänswein herausgegebenen Bandes „Benedikt XVI. – Prominente über den Papst“. Darin lässt der engagierte Katholik keinen Zweifel aufkommen, welchem Kirchenverständnis er und seine Mitorganisatoren Raum geben möchte: „Die Gründer des „Forums Deutscher Katholiken“ waren sich darüber klar geworden, dass die weitere Mitarbeit in den Laiengremien, im Diözesanrat, Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZDK) und in den meisten katholischen Verbänden die überfällig gewordene Neuevangelisierung nicht voranbringt“, heißt es da.

Auch er sei früher in den üblichen kirchlichen Gremien gewesen, berichtet Gindert auf Nachfrage von Vaticanista. „Dabei haben wir auch die Diözesansynode in Augsburg miterlebt. Das war eigentlich ein traumatisches Erlebnis, bei dem wir zwei Wochen gelitten haben. Obwohl rund die Hälfte der Teilnehmer Kleriker waren, haben bei bestimmten Abstimmungen nur schätzungsweise zwischen 25 bis 30 Prozent für die Lehre der Kirche gestimmt“, erinnert er sich.

Als Reaktion auf das Kirchenvolksbegehren organisierte Gindert 1995 mit Freunden eine Flugblattaktion auf der Grundlage des Katechismus der Katholischen Kirche, woraufhin die ersten Medien auf sie aufmerksam wurden. „Wir haben auch an die Bischöfe appelliert, einen Hirtenbrief zu verfassen, um über die Aktion aufzuklären. Leider ist dies nicht geschehen.“ 1,8 Millionen Unterschriften konnten die Initiatoren des Kirchenvolksbegehren verzeichnen.

Im Jahr 2000 gründete sich schließlich das Forum, um sich kirchen- und gesellschaftspolitisch Gehör zu verschaffen. „Das Vorhaben kam dann aber noch vor seiner Verwirklichung ins Kreuzfeuer der Medien“, sagt der emeritierte Marketing-Professor. Beim ersten Kongress kamen aber trotzdem 850 Gäste. Bei der Folgeveranstaltung reiste der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger an – „ein Highlight“, kommentiert Gindert.

Er sieht keine Möglichkeit, die Krise des Glaubens in Deutschland und Europa mit Strukturreformen der katholischen Kirche zu bewältigen. Er stützt sich dabei auf die Zahlen der Kirchenaustritte unter den evangelischen Christen, die die unter Katholiken noch anteilig überhole. „Die Menschen, einschließlich der Kirchgänger, wissen nur noch wenig über den christlichen Glauben. Der Papst ruft aber immer wieder zur Verinnerlichung und Vertiefung des Glaubens auf und wendet sich dabei an alle Gläubigen.“

Die Menschen seien ohne dieses Wissen leichter manipulierbar. Ursachen für diesen Mangel sieht Gindert in der Katechese in den Gemeinden, wo bestimmte Themen nicht mehr vorkämen sowie im Religionsunterricht an den Schulen. Daher werde auch die Glaubensweitergabe im Elternhaus erschwert. „Wir sind schon an die Bischöfe herangetreten, eine Reform des Religionsunterrichts in die Hand zu nehmen.“ Mit Berufung auf die katholische Journalistin Regina Einig (Die Tagespost) nennt Gindert erkennt er in der Situation eine „krisenfeste Lethargie“. Kein Problem werde mehr angepackt, sondern nur noch vererbt. „Der Papst hat aber anlässlich seiner jüngsten Pastoralreise nach Deutschland im vorigen September so viele Stichworte geliefert, nicht nur das von der Entweltlichung, die dringend aufgegriffen werden müssten, um einen Neuaufbruch zu erreichen.“ Viele erwarteten aber nur von institutionellen Veränderungen das Heil, was nicht eintreffen werde. Von dieser Überlegung her kamen die Kongress-Veranstalter auf das diesjährige Motto.

Zur Eröffnung des Kongresses werde der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann das Pontifikalamt und Kardinal Walter Brandmüller aus Rom zum Abschluss des Kongresses zelebrieren. Redner informierten über die Lage der Christen weltweit, die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft. Andere referieren über den Sendungsauftrag, allen Völkern den Glauben an Jesus Christus zu bringen. In einer öffentlichen Kundgebung vor dem Kongresszentrum sprechen Der ehemalige Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt Werner Münch und Professor Wolfgang Ockenfels OP für die Solidarität mit dem Heiligen Vater und für die Notwendigkeit der Einheit mit dem Papst. Jugendliche treffen sich in Workshops. „Mit ihrem Programm binden sie sich genauso wie die Erwachsenen in das von Benedikt XVI. verkündigte Jahr des Glaubens ein und suchen Antworten des Glaubens zu den brennenden Fragen der Gegenwart“, kündigt Gindert an.

 

 

 

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