Sant’Egidio lädt dieses Jahr nach Sarajevo ein

„Jerusalem Europas“ als Ort des Leids und der Hoffnung ausgewählt

ROM, 17. August 2012 (Vaticanista).- Zwanzig Jahre nach der dramatischen Belagerung Sarajewos organisiert die Gemeinschaft Sant’Egidio gemeinsam mit der Erzdiözese Vrhbosna-Sarajevo das Internationale Friedenstreffen, das vom 9. bis 11. September stattfinden wird.

Die wichtigsten religiösen, politischen und kulturellen Gruppen in Bosnien-Herzegowina werden bei diesem Ereignis zusammenarbeiten. Vertreter aller großen Weltreligionen sowie aus der internationalen Politik und Kultur werden gemeinsam mit Regierungsvertretern an dem Friedenstreffen teilnehmen.

Die Veranstaltung fügt sich ein in die Reihe der interreligiösen Dialogtreffen, die die Gemeinschaft Sant’Egidio in der Folge des historischen Weltgebetstreffens in Assisi auf Einladung des seligen Johannes Paul II. im Jahr 1986 jedes Jahr organisiert. Zuletzt fand das 25. Friedenstreffen im vorigen Jahr in München statt. (Vaticanista berichtete.)

Dabei werden Stimmen aus Kultur und Politik zu Wort kommen, die sich von Neuem für eine Kultur des Zusammenlebens als einem europäischen Wert und als Vorschlag Europas an die Welt aussprechen – ausgehend von Sarajewo, einem Ort des Leids und der Hoffnung, der eine alte Tradition des Zusammenlebens zwischen verschiedenen Menschen beherbergt.

Vor nunmehr zwanzig Jahren begann der Krieg in Bosnien, in dem Sarajewo zum Symbol für Leid und Zerstörung wurde. Das Treffen im September zeigt die neue Rolle, die die Religionen als Element der Einheit und des Zusammenlebens einnehmen können. Bosnien ist ein Teil Europas und Europa kann aktiv zum Fortschritt dieses Landes beitragen. Von Sarajewo, das vor zwanzig Jahren ein Martyrium durchlebte, kann ein neuer Geist der Begegnung ausgehen, der alte Wunden und Hass überwindet und zu einem gemeinsamen Gedenken wird. „Sarajewo, ein Paradigma für das Zusammenleben verschiedener Menschen,“ sagte Kardinal Puljic, „braucht ein solches Ereignis, ein Zeichen der Hoffnung für die Neugeburt einer Region, die Leid und Elend erfahren hat.“

Die Tatsache, dass sich in Bosnien ein Islam zeige, der Dialog führt, könne diese Religion positiv beeinflussen. Der Kardinal erinnerte an die Worte des seligen Johannes Paul II., der bei seinem Besuch in der bosnischen Hauptstadt von ihr als dem „Jerusalem Europas“ sprach.

 

 

Artikel drucken

Dieser Beitrag wurde unter Bewegungen - Initiativen, Nachrichten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.