Antrag auf Seligsprechung von Zilda Arns übergeben

Dauerausstellung erinnert an ihren Einsatz für die Kinder und Alten

Von Michaela Koller

CURITIBA, 15. Januar 2015 (Vaticanista/ZENIT.org).- Vor fünf Jahren starb Zilda Arns Neumann, Gründerin von „Pastoral da Criança“, einer der größten Kinderhilfsorganisation der Welt, beim Erdbeben von Haiti: Rund 130.000 Menschen unterstützen jetzt einen Antrag auf Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens. Ihre Organisation trägt seit der Gründung 1983 durch vorbeugende Aufklärung dazu bei, die Kindersterblichkeit in wirtschaftlich schwächeren Regionen der Erde zu senken. Das Fußballstadion „Arena da Baixada“ im südbrasilianischen Curitiba war am vergangenen Wochenende Schauplatz einer Hommage an die Kinderärztin, die im Dienst an den Armen unter den Kindern und älteren Menschen ums Leben kam.

Copyright: Michaela Koller

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Während dieser Feier wurde der Erzdiözese Curitiba der Antrag mit den Unterschriften übergeben. Hauptzelebrant der Eucharistiefeier mit mehr als 20 Bischöfen war Kardinal Raymundo Damasceno Assis, Erzbischof von Aparecida und Präsident der Nationalen Konferenz der Bischöfe Brasiliens (CNBB). Mehr als 32.000 Menschen kamen dazu laut brasilianischen Medien zusammen, die anschließend die Möglichkeit hatten, sowohl das Grab von Zilda Arns zu besuchen, als auch die Dauerausstellung am Hauptsitz der Organisation im brasilianischen Bundesstaat Paraná, die Auskunft über ihr Leben und ihren Einsatz gegen die Kindersterblichkeit gibt.

Mit einem Netzwerk von 200.000 Freiwilligen in 36.000 Gemeinden hilft „Pastoral da Criança“ in dem fünftgrößten Land der Erde 1,2 Millionen Kindern bis zu sechs Jahren, einer Million registrierter Familien und 73.000 schwangeren Frauen. Aktuell ist „Pastoral da Criança“ eine der weltweit größten Nichtregierungsorganisationen auf ihrem Fachgebiet, die unter anderem Unicef als Partner nennen darf. Über die Sprachgrenze hinweg konnte sich die Organisation auch in einer Reihe spanischsprachiger Länder Lateinamerikas ausbreiten, ebenso wie sie innerhalb der portugiesischsprachigen Gemeinschaft auf den afrikanischen Kontinent kam und zudem im frankophonen Guinea sowie in den beiden katholischen Staaten Asiens, den Philippinen und Osttimor arbeitet. Insgesamt ist die Initiative in 21 Ländern vertreten. Kurz vor ihrem Tod gab Zilda Arns noch ZENIT ein Interview, über das erst in ihrem Nachruf berichtet werden konnte.

 

 

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