Berufen, Christi Reich auf der ganzen Welt zu verbreiten

Höhepunkt der Philippinenreise des Papstes —

Abschlußmesse mit 6 Millionen Teilnehmern in Rizal-Park von Manila

Von Michaela Koller

MANILA, 20. Januar 2015 (Vaticanista/ZENIT.org).- Kräftig singend und von Regenmänteln geschützt haben am späten Nachmittag Ortszeit geschätzte sechs Millionen Menschen den Höhepunkt der Philippinenreise mit Papst Franziskus erlebt. Der Papst kam im Papstmobil, das an die örtlichen Minibusse, die Jeepneys, erinnert, zur heiligen Messe in den Rizal Park im Zentrum Manilas. Trotz des feuchten Wetters hatten viele Menschen sogar laut Medienberichten dort die Nacht über auf den Pontifex gewartet. „Sie sind die Sonne für uns“, verabschiedete Erzbischof Socrates Villegas, Präsident der philippinischen Bischofskonferenz den hohen Gast. Der Papst habe in den zurückliegenden drei Tagen seines Besuchs der überwiegend katholischen asiatischen Nation Freude, Hoffnung, Wärme und Jesus gebracht, sagte der Oberhirte von Lingayen-Dagupan. Die Katholiken des Inselstaates seien nun bereit, das Licht Jesu Asiens für die Welt zu sein. Franziskus hörte den Worten aufmerksam zu und lächelte.

In seiner Predigt gab er den rund 80 Millionen katholischen Filipinos einen klaren Auftrag: „Die Philippinen sind berufen, hervorragende Missionare des Glaubens in Asien zu sein.“ Sie feierten an diesem Sonntag auch den Festtag des „Santo Niño“, eine Verehrung des Jesuskindes, die auf den Philippinen noch auf die spanische Kolonialzeit zurückgeht. Der Papst erinnerte deshalb auch an den Zusammenhang zwischen Reich Gottes und spiritueller Kindschaft, wie es das Evangeliums des Sonntags aufzeige. „Es erinnert uns auch an unsere Berufung, Christi Reich auf der ganzen Welt zu verbreiten.“ Die Menschen sollten Zeugen seiner Wahrheit und Gerechtigkeit sein, doch die Sünde habe die Einheit und Schönheit der Menschheitsfamilie entstellt.

Sie habe so Gesellschaftsstrukturen geschaffen, die Armut, Unwissenheit und Korruption fortbestehen lassen. Der Papst warnte vor der Verlockung, „modern“ und „wie alle anderen“ sein zu wollen. Die Menschen würden mit dem Köder kurzlebiger Vergnügungen und oberflächlichen Zeitvertreibs abgelenkt. „Und so vergeuden wir unsere gottgegebenen Geschenke, indem wir uns mit Schnickschnack beschäftigen.“ Die Menschen vergäßen so die Dinge, auf die es wirklich ankomme. „Wir vergessen, im Innersten Kinder Gottes zu bleiben.“ Weil auch Jesus als Kind durch einen korrupten König bedroht war, hatte er den heiligen Josef als irdischen Beschützer. Das erinnere daran, wie wichtig der Schutz der Familie ist. „Leider muss die Familie in unseren Tagen allzu oft gegen heimtückische Angriffe und Programme verteidigt werden, die im Gegensatz zu all dem stehen, was uns wahr und heilig ist, zum Schönsten und Edelsten in unserer Kultur“, kritisierte der Papst in englischer Sprache.

Gottes Sohn habe sich der Unehrlichkeit und Korruption widersetzt und sie durch die Kraft des Kreuzes besiegt. Der Erzbischof von Manila, Kardinal Luis Antonio Tagle, versprach zum Abschied: Jeder Filipino wolle mit ihm an die Peripherien gehen. „Bitte senden Sie uns aus als Missionare des Lichts.“ Viele Gläubige hoben Figuren des Santo Niño in Höhe oder winkten mit Taschentüchern, als der Papst den Rizal Park verließ.

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