„Wir sind auf Fortpflanzung angelegt“

„Verantwortungsvolle Elternschaft“: Kurse für Natürliche Empfängnisregelung

Von Michaela Koller

MÜNCHEN, 13. Februar 2015 (Vaticanista/ZENIT.org).- Bei der ordentlichen Synode zur „Berufung und Mission der Familie in der Kirche und der heutigen Welt“ wird es im Oktober 2015 auch um eine angemessene Ehevorbereitung gehen. Papst Franziskus sprach auf seinem Rückflug von seiner jüngsten Asienreise von „verantwortungsvoller Elternschaft“. Für die Zeit der Vorbereitung auf den Bund zwischen Mann und Frau wird diese ein als wichtiges Thema empfohlen, und dies nicht nur von Moraltheologen, sondern auch von Medizinern: Gerade neuere Antibabypillen bergen noch höhere Gesundheitsrisiken, wie Lungenembolien und Thrombosen. Zudem warnt Professor Walter Rhomberg in Vorträgen davor, dass das Brustkrebsrisiko mit jedem Jahr der Pilleneinnahme um ungefähr vier Prozent steigt. Auch mechanische Verhütungsmittel zeigen Nebenwirkungen: Chronische Pilzinfektion im Intimbereich, Chronische Blasenentzündung. Die Beschichtung der Kondome beispielsweise soll nicht nur Spermien zeugungsunfähig machen, sondern verursacht leider auch viele kleine Verletzungen in der Scheide. Diese Tatsachen verweisen darauf, wie massiv bei der Einnahme in die Natur der Frau eingegriffen wird.

Foto: Monika Espe; Copyright: Privat

Foto: Monika Espe; Copyright: Privat

Dabei gibt es mit der Natürlichen Empfängnisregelung eine sichere Alternative. „Die Fruchtbarkeit ist ja etwas Wunderbares und keine Krankheit“, sagt die Münchener Lehrerin für Gesundheits- und Pflegeberufe, Ehefrau und Mutter Monika Espe. Als Multiplikatorin des Instituts für Natürliche EmpfängnisRegelung (NER) Prof. Dr. med. Rötzer e.V. unterrichtet sie seit 2009 viele Frauen und Paare in der NER. Seit den 50iger Jahren forschte der Begründer der sympto-thermalen Methode, Rötzer, auf diesem Gebiet und wertete zehntausende von Frauenzyklen aus, wie Espe berichtet. Seine Methode wird in Kursen vermittelt und kann auch im Selbststudium mit dem Buch „Natürliche Empfängnisregelung – der partnerschaftliche Weg, erschienen bei Herder in der 45. Auflage erlernt werden. „Die Frau beobachtet bestimmte Fruchtbarkeitszeichen (Sympto) und sie misst ihre Temperatur, wenn sie morgens aufwacht (Thermal)“, erklärt sie. Rötzer habe damit zwei natürliche Methoden zusammengebracht. Durch die Dokumentation könne die Frau die fruchtbaren von den unfruchtbaren Tagen sicher unterscheiden. „Wenn ein Paar gerade kein Kind möchte, wird es an den fruchtbaren Tagen nicht miteinander schlafen. Besteht Kinderwunsch, kennt es die drei fruchtbarsten Tage im Zyklus“, sagt Espe.

Zweifel an der Zuverlässigkeit räumt die Multiplikatorin aus. Es sei eine wissenschaftlich sehr gut erforschte und beschriebene Methode. „Die Sicherheit liegt bei 99,8 Prozent“, ergänzt sie. Wenn ein Paar etwa aufgrund einer sehr schweren Krankheit kein Kind bekommen dürfe, könnten die Regeln so ausgeweitet werden, dass die NER 100 Prozent sicher sei. „Das bietet keines, der bekannten Verhütungsmittel“, betont sie.

Schon nach dem ersten Kursabend gehe das Paar mit dieser hohen Sicherheit in den nächsten Zyklus der Frau. Eigentlich sollten alle jungen Erwachsenen NER lernen. „Ich gehe in neunte Klassen, spreche auf Teenieforen, biete Vorträge, Kurse und Beratung innerhalb des Institutes für Natürliche Empfängnisregelung Prof. Rötzer e. V. an und gehe in Erwachsenenbildungsstätten“, berichtet Espe. Aus der Beratungstätigkeit wisse sie, dass sich ein regelmäßiger Zyklus eher in einer festen Beziehung einstelle, als in einer unverbindlichen. Sexualität könnten Frauen erst dann wirklich genießen, wenn sie wüssten, der Mann unterstütze sie in jeder Lebenslage. „Es ist wirklich deutlich zu erkennen, dass wir auf eine feste Beziehung und Fortpflanzung hin angelegt sind.“

Auf die Frage, ob die Methode letztlich nicht zu kompliziert und schwer verständlich sei, wendet sie ein: „Um mit NER zu leben, benötigt man keinen Hochschulabschluss. Die Schwestern von Mutter Teresa von Kalkutta bringen dieses Wissen Paaren bei, die weder lesen noch schreiben können und sogar obdachlos sind.“ Am 26. Februar findet in München ein Infoabend unter dem Titel „Bio-Brot! Bio-Pille? Wie geht NER?“ statt. Nähere Informationen und weitere Termine sind zu finden unter www.iner.org sowie www.natürlich-liebe.de. NER ist auch auf Facebook unter „Natürliche Empfängnisregelung Prof. Dr. med. Rötzer“ zu finden.

 

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