Rom: Aserbaidschan hilft bei Katakomben-Restaurierung

Zeugnis für die Fruchtbarkeit des interreligiösen und interkulturellen Dialogs

Von Michaela Koller

ROM, 6. März 2016 (Vaticanista/ZENIT.org).- Die Katakombe der Märtyrer Marcellinus und Petrus ist auf Initiative der aserbaidschanischen Heydar-Aliyev-Stiftung restauriert worden. Im Februar fand eine feierliche Wiedereröffnung statt. Da die Mehrheit der Bevölkerung Aserbaidschans sich zum schiitischen Islam bekennt, wird dies als ein Zeugnis für die Fruchtbarkeit des interreligiösen und interkulturellen Dialogs gewertet.

Die Basilika befindet sich an der Ecke der Via Labicana und der Via Merulana, zwischen der Basilika Santa Maria Maggiore und San Giovanni in Laterano.  Bei der Zeremonie sprachen unter anderem die First Lady von Aserbaidschan, Mehriban Aliyeva, Präsidentin der Heydar Aliyev-Stiftung, die nach dem Vater und Amtsvorgänger ihres Mannes benannt ist, und Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur.

Aliyeva wurde von Rita Paris, der Direktorin des römischen Nationalmuseums Palazzo Massimo alle Terme begrüßt, die die Ergebnisse der Restaurierung mit vorstellte. Kardinal Ravasi lobte die Initiative: „Die Heydar Aliyev-Stiftung aus Aserbaidschan, einem muslimischen Land, hat eine große Unterstützung geleistet, um diesen geistigen Wert zu bewahren“, betonte der Kardinal, der Christen weltweit ersucht hatte, die vor dem Zusammenbruch bedrohten Katakomben restaurieren zu helfen. Dem Aufruf sei allein die Aliyev-Stiftung gefolgt.

Aliyeva sprach über die Aktivitäten der Stiftung zur Bewahrung des Weltkulturerbes und betonte, dass ihr Land ein Scharnier zwischen Europa und Asien sei und schon immer die Rolle einer Brücke zwischen den Religionen und Kulturen gespielt habe: „Auch heute noch leben die Vertreter der verschiedenen Religionen in Frieden und Freundschaft in Aserbaidschan“, betonte sie.

Professor Fabrizio Bisconti, Katakombenforscher von der Roma Tre Universität, wies nach Worten des Dankes auf die Geschichte der Katakomben hin, und betonte, dass sie von großer Bedeutung für die gesamte christliche Welt seien: „Mit der Unterstützung der Heydar-Aliyev-Stiftung konnten wir den historischen Raum erhalten.“ Es wurde zudem ein Film von der Wiederherstellung der Katakomben gezeigt. Die Restaurierungsarbeiten wurden mit innovativen Methoden und fortschrittliche Technologien auf der Grundlage eines bilateralen Abkommens im Jahr 2012 durchgeführt.

Das Band – als Symbol für die Wiedereröffnung der Katakomben der Heiligen Petrus und Marcellinus – schnitten die First Lady von Aserbaidschan und Kardinal Gianfranco Ravasi gemeinsam durch. Aserbaidschan liegt im Kaukasus und hat gemeinsame Grenzen mit Russland, Georgien, Iran und Armenien. Von rund 9,7 Millionen Einwohnern sind mehr als 22 Prozent unter 15 Jahre alt. Muslime sind mehr als 93 Prozent (davon 85 Prozent Schiiten und 15 Prozent Sunniten). Die Christen sind überwiegend russisch-orthodox oder armenisch-apostolisch. Christen und auch Juden leben in friedlicher Koexistenz mit den Schiiten und Sunniten. Dies zeigt sich auch an den nichtmuslimischen Gotteshäusern: Eine 2003 in Baku eröffnete Synagoge war die erste neugebaute Synagoge in einem überwiegend muslimischen Staat.

 

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