Pfarrer aus dem Kongo gibt wegen Rassismus auf

Rassistische Beschimpfungen und Morddrohungen im oberbayerischen Zorneding: Habilitierter Philosoph übernimmt neue Aufgabe

MÜNCHEN, 7. März 2016 (Vaticanista/EOMUC).- Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende ist des Rassismus und der Morddrohungen überdrüssig. Der aus dem Kongo stammende Priester beendet zum 1. April seine Tätigkeit als Pfarrer von Zorneding und übernimmt eine neue Aufgabe. Dies teilte Ndjimbi-Tshiende am Sonntag seiner Gemeinde mit. Das Erzbistum München und Freising bedauert die Entscheidung sehr, trägt diese aber mit und steht an der Seite von Pfarrer Ndjimbi-Tshiende. Seit vergangenem Herbst war er Beschimpfungen ausgesetzt und hatte Drohungen erhalten.

Ndjimbi-Tshiende erklärte am Montag, er fühle sich nunmehr erleichtert, nachdem er seine Entscheidung zum Weggang getroffen und diese der Gemeinde mitgeteilt habe. Die Situation sei für ihn sehr belastend gewesen, gleichwohl blicke er ohne Verbitterung auf seine Zeit in Zorneding zurück. Er sei im Jahr 2012 in der Gemeinde gut und freundlich aufgenommen worden, habe viele Freunde gewonnen und sei gut bei den Gläubigen angekommen. Er wisse, dass viele seinen Weggang bedauerten. Zugleich hoffe er, dass alle Verständnis für seine Entscheidung aufbrächten. Ndjimbi-Tshiende sagte, er blicke nun nach vorne und freue sich auf den vor ihm liegenden priesterlichen Dienst an einem neuen Ort. Im Zentrum stehe für ihn, der Kirche Jesu Christi zu dienen.

Ndjimbi-Tshiende bittet Öffentlichkeit und Medien um Verständnis dafür, dass er keine Interviews geben und sich nicht weiter zu den Vorgängen äußern wolle. Der  66-jährige Theologe aus dem Kongo war seit 2012 Pfarrer in Zorneding. Zuvor war er als Pfarradministrator in München-Milbertshofen St. Georg (seit 2008) und in Buch am Erlbach (seit 2005) tätig. Der im Jahr 1979 zum Priester geweihte, promovierte und habilitierte Philosoph Tshiende studierte Anfang der 90er Jahre unter anderem in München und arbeitete als Kaplan. 2001 kehrte er zurück in die Demokratische Republik Kongo. Seit 2005 ist er wieder in der Erzdiözese als Priester tätig. Er wurde im Jahr 2008 zum Pfarrer ernannt und im folgenden Jahr in den Diözesanklerus aufgenommen.

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