“Die neue Ordnung im konkreten Leben bewähren“

Einweihungsfeier zum Noviziat der Legionäre Christi

Von Michaela Koller

NEUÖTTING-ALZGERN, 7. Juli 2014 (Vaticanista/Die Tagespost).- Zieht ein neuer Nachbar in Oberbayern ein, schauen die Bewohner gerne bei ihm vorbei: Von 300 auf 800 Gäste schwoll die Menge an, die sich am Sonntag in der früh zum Pontifikalamt im weiß-blauen Festzelt auf der großen Wiese vor dem neuen Noviziat der Legionäre Christi versammelte. Mit einem Gottesdiensten und einem bunten Programm von Freitag an beging der Orden die Einweihung: Novizen, darunter Bruder Darius aus Kalifornien und Bruder Andy aus Rostock, berichteten von ihrem Berufungsweg, Pater Klaus Einsle hielt einen heiteren Vortrag über den Himmel und Pater Bennet Tierney stimmte mit Gitarre und Gesang die Schar fröhlich. Weiterlesen

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Altötting: Wallfahrt der Päpste und der Jugend

Für die Zukunft des Glaubens „in diesem alten christlichen Land“

Von Michaela Koller

ALTÖTTING, 7. Juli 2014 (Vaticanista/Die Tagespost).- Ein Raunen ging durch die Stifskirche am Altöttinger Kapellplatz, als der Päpstliche Legat Erzbischof Zygmunt Zimowski das Geschenk aus Rom für die Wallfahrt vorstellte: Eine Blutreliquie des inzwischen heilig gesprochenen Papst Johannes Pauls II., überreicht aus Anlass der zentralen Feier zum 21. Welttag der Kranken. Es war der 11. Februar vorigen Jahres. Der damalige Apostolische Administrator von Passau, Bischof Wilhelm Schraml, dankte tief bewegt: „Vergelt’s Gott“. Ungefähr in demselben Moment in Rom verlas Papst Benedikt XVI., der Zimowski als Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst entsandt hatte, in Rom seine historische Rücktrittserklärung. Weiterlesen

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Ein Wahrheitssuchender

Fritz Gerlich wurde genau vor 80 Jahren ermordet

Ein Gastbeitag von Stefan Rochow

MÜNCHEN, 4. Juli 2014 (Vaticanista).- Vor 80 Jahren wurde der katholische Journalist Fritz Gerlich von den Nationalsozialisten im KZ Dachau erschossen. Gerlich war ein Sucher nach der Wahrheit. Als er glaubte seinen Weg gefunden zu haben, bezahlte er diese Erkenntnis mit seinem Leben.

Fritz Gerlich war ein Mensch mit biografischen Brüchen. Er wechselt seine politische Einstellung, seinen Glauben und ging seinen Weg trotzdem geradlinig und unbeirrt. Die Suche nach der absoluten Wahrheit, das war die große Komponente im Leben des Journalisten Gerlich. Als er glaubte angekommen zu sein, musste er seine Erkenntnisse mit dem Leben bezahlen. Leider scheint der mutige Journalist heute weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein, obwohl er doch zu den wichtigsten Vertretern im publizistischen Widerstand gegen Hitler zählt.

Am 15. Februar 1883 wird Fritz Gerlich in Stettin als ältester Sohn des Fischgroßhändlers und Kaufmanns Paul Gerlich geboren. Der kleine Fritz wächst in einem calvinistisch geprägten Elternhaus auf. Er legte sein Abitur ab und geht 1902 zum Studium an die Universität Leipzig. Drei Semester studiert Gerlich dort Mathematik und Physik, um dann 1903 nach München zu gehen. Dort studiert er Geschichte und Anthropologie. Gerlich promoviert im Jahr 1907. Er bewegt sich in antikommunistischen und nationalkonservativen Kreisen. Zahlreiche Artikel publiziert er in den »Süddeutschen Monatsheften« und macht sich dadurch einen Namen als Journalist mit einer nationalen Gesinnung. Im Jahr 1920 wird Gerlich Chefredakteur der »Münchner Neuesten Nachrichten«, einer Vorgängerzeitung der »Süddeutschen Zeitung«. Die MNN ist damals die größte Zeitung im süddeutschen Raum und vertritt eine monarchistisch-konservative Ausrichtung. Zu diesem Zeitpunkt ist Fritz Gerlich ein national-autoritärer Sympathisant der sich damals gerade erst gegründeten nationalsozialistischen Bewegung von Adolf Hitler. Drei Mal trifft er sich mit Adolf Hitler persönlich.

Schlagartig wandelt sich Gerlichs Einstellung im Jahr 1923, im Zusammenhang mit dem Hitlerputsch in München. Aus dem Bewunderer des aufblühenden Nationalsozialismus wird von da ab ein engagierter Kritiker und Gegner Adolf Hitlers.

Gerlich wird seinen Gesinnungsbruch später mit dem Naturrecht begründen, das für ihn ein Menschenrecht ist. Für den Journalisten steht es außer Frage, dass es Rechtsnormen geben muss, die zu allen Zeiten für alle Menschen gelten, zum Beispiel das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, vielleicht auch das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, auf Eigentum und Einhaltung einmal geschlossener Verträge. Im Gegensatz zum Rechtspositivismus, der sich alleine am geltenden Recht orientiert, gibt es für das Naturecht eine »naturgegebene Ordnung« der grundlegenden Rechte und Pflichten im menschlichen Zusammenleben. Es gilt zu allen Zeiten und überall, wo Menschen leben, und gilt in seinem Kernbestand unabhängig von staatlicher Anerkennung. Aus dieser Erkenntnis heraus wächst Gerlichs Ablehnung gegenüber totalitären Gesellschaftssystemen.

Der entscheidende Einschnitt in Gerlichs Leben ereignet sich aber 1927. Immer mehr Aufsehen erregt damals eine einfache Bauersfrau aus Konnersreuth, bei der sich ab 1926 Stigmata sowie Blutungen aus dem Auge zeigten. Viele Menschen pilgerte zur Mystikerin von Konnersreuth. Außer der Kommunion soll sie kein Essen und kein Trinken zu sich genommen haben. Gerlich hört davon und macht sich auf den Weg um den Schwindel in Konnersreuth zu entlarven. Er schaut sich die Vorgänge genau an und stellt verschiedene kritische Forschungen an. Je mehr er sich mit Therese von Konnersreuth beschäftigt, umso mehr wandelt sich seine Einstellung zu ihr. Er kehrt als Bekehrter zurück und konvertiert nach langem inneren Ringen 1931 zum Katholizismus. In vielen Gesprächen hatte ihn Therese von Konnersreuth zum Widerstand gegen Hitler ermuntert. Publizistisch wird er sich nun ganz dem Kampf gegen Hitler widmen. Mit Unterstützung des Fürsten von Waldburg-Zeil, erwirbt Gerlich die Zeitung »Illustrierter Sonntag« und übernimmt die Herausgabe. Wenig später benennt er das Blatt in »Der gerade Weg« um. Er wendet sich entschieden gegen Hitler und seine NSDAP. Fritz Gerlich schrieb einmal: „Nationalsozialismus heißt: Lüge, Hass, Brudermord und grenzenlose Not.” Mit solchen Aussagen macht sich Gerlich unter ihnen natürlich keine Freunde und schnell steht er auf der schwarzen Liste der Nationalsozialisten. Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933, verändert sich auch das Leben von Fritz Gerlich. Freunde raten ihm in die Schweiz zu emigrieren. Der mutige Journalist lehnt diesen Schritt ab und unterzeichnet damit ohne es zu wissen, sein Todesurteil. Am 9. März rechnen die neuen Machthaber mit ihm ab. Ein SA-Trupp stürmt die Redaktionsräume des Geraden Wegs und nimmt Fritz Gerlich in »Schutzhaft«. Über 16 Monate bleibt er nun eingesperrt und wird mehrmals misshandelt. SA-Leute legen bei einem Verhör einen Revolver auf den Tisch mit der Aufforderung »Bring Dich um Du Schwein«. Gerlich entgegnet nur, dass das für ihn nicht in Frage komme – er sein schließlich Katholik. In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934 wird Gerlich im Zusammenhang mit dem »Röhm-Putsch« in das KZ Dachau verlegt und dort erschossen.

Heute ist der mutige Journalist leider nur noch wenigen Menschen bekannt. Zu sperrig ist die Person Gerlich mit seinen Wandlungen, seinen Brüchen und seiner unbedingten Haltung. Trotz seines Widerstandes gegen Hitler, scheint er mit seinen Ecken und Kanten auch heute unbequem zu sein. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer bringt Gerlichs Persönlichkeit in einer Podiumsdiskussion im Mai auf den Punkt : »Er hat keine Ruhe gefunden, bis er das gefunden hatte, was ihn befriedigt.« In einer Zeit, die zunehmend vom Relativismus geprägt ist, macht das Ringen und die Suche nach Wahrheit verdächtig. Fritz Gerlich bleibt also auch 80 Jahre nach seiner Ermordung eine Person, an der man sich reiben kann. Die katholische Kirche prüft, ob der kämpferische Katholik Fritz Gerlich seliggesprochen werden kann. Er hat all seine Fähigkeiten in den Dienst der von ihm erkannten Wahrheit gestellt, auch als die Mehrheit diese Erkenntnisse für unzeitgemäß hielt und die Wahrheit verfolgte. Das ist bis heute unbequem.

 

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Bringste mir’n Keks mit?

Alexandra Maria Linders Familienkolumne aus dem Vatican-Magazin

ROM, 24. Juni 2014 (Vaticanista/Vatican-Magazin).- Als wir das Gebäude betreten, prangt auf der Anzeigetafel „Handy aus?“ und „Bitte Ruhe!“. Ein Herr im Anzug mit lila-hellblau gestreifter Krawatte begrüßt uns – wird wohl der Manager sein. Die Reihen füllen sich, die Stimmung ist gut, die Veranstaltung beginnt. Der Herr im Priestergewand kommt mir bekannt vor, ah ja, das ist der Manager von eben. Weiterlesen

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Erzbischof Schick ruft zum Friedensgebet für das Heilige Land auf

Weltkirche-Bischof: Friedensinitiative des Papstes mit Fürbitten unterstützen

BAMBERG, 5. Juni 2014 (Vaticanista/PM).- Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat die Gläubigen dazu aufgerufen, für den Frieden im Heiligen Land zu beten. Dass das Treffen des israelischen Präsidenten Schimon Peres mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas beim Heiligen Vater am Pfingstsonntag stattfindet, sei ein gutes Zeichen. „Der Heilige Geist kann bewirken, dass sich in scheinbar aussichtslosen Situationen ein Weg aus der Krise findet“, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. Weiterlesen

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